[KURIER] Wolfsthal: Über Nacht abgestellte Desiro ML als Lärmärgernis für die Anrainer

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • [KURIER] Wolfsthal: Über Nacht abgestellte Desiro ML als Lärmärgernis für die Anrainer

    10.08.2019
    Anrainer: "ÖBB kühlt leere Züge am Abstellgleis"
    Am Kopfbahnhof Wolfsthal parkt die S7. Weil sie am Strom bleibt und lärmt, verzweifeln die Anwohner.
    Um kurz nach halb sieben Uhr abends fährt die S7 in ihre Endhaltestelle Wolfsthal im Bezirk Bruck a. d. Leitha ein. Dann geht es für sie weiter auf das Abstellgleis, wo sie bis zum nächsten morgen geparkt wird. Damit beginnen nervenaufreibende Stunden für die Anrainer: „Es wird laut, der Zug summt und brummt. Dann schaltet sich zeitweise ein Kompressor ein, was noch viel lauter ist. Manchmal kommen Hupsignale dazu“, sagt Jutta Niefergall. In ihrem Garten hinter ihr sieht man die Garnitur des ÖBB-Cityjets. Das gehe sieben Nächte pro Woche so, denn der Zug bleibe an der Stromversorgung, am Wochenende steht er dauerhaft da, seit Wochen sei dann auch während des Tages keine Ruhe, klagt sie. „Wir halten das nicht mehr aus“, sagt ihr Nachbar Herbert Tatzer. Ihn hat der Zug sogar schon in die Flucht getrieben: „Ich bin mit meiner Frau am Wochenende weggefahren, als er am Freitagabend wieder nicht abgebügelt wurde.“ Der Cityjet, der zwischen Wolfsthal und Wien verkehrt, ist das neueste Modell der ÖBB-Nahverkehrszüge. Der sei zwar wesentlich leiser als die alten, aber bleibe an der Stromleitung „aufgebügelt“.
    Bei den ÖBB weiß man von den Sorgen der rund 25 betroffenen Anrainer in Wolfsthal, denn sie kämpfen für eine Lösung und das schon seit Jahren. „Es gab auch schon eine Bürgerversammlung, da kamen drei Mitarbeiter der ÖBB und hörten sich alles an. Es schien, als wissen die selbst nicht, was ihre Züge in der Nacht so machen“, sagt Niefergall.
    Energiesparmodus
    Laut ÖBB werden die Cityjets im „Energiesparmodus“ abgestellt. Das ist notwendig, damit man sie dann auch wieder in Betrieb nehmen kann. Unter anderem wegen der Batterieladung, aber auch damit der Fahrgastraum je nach Wetterlage bei der Abfahrt vorgeheizt oder vorgekühlt ist. „Grundsätzlich bleibt das Fahrzeug für die Energieversorgung immer aufgebügelt“, teilt ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf KURIER-Nachfrage mit. Die Hupsignale kann er nur so erklären, dass jemand versucht haben könnte, in den Zug einzudringen.
    Allerdings berichten die Anwohner, dass an manchen Tagen die Züge doch abgebügelt werden. Seitens der ÖBB entgegnet man, dass das nur passiere, wenn etwas repariert werden müsse. „Ich lebe immer schon hier und bin eine gewisse Geräuschkulisse gewohnt. Wenn es nur ein oder zwei Stunden vor der Abfahrt ist, sagt ja keiner was, aber jetzt kühlt die ÖBB nächte- und tagelang leere Züge am Abstellgleis“, klagt Niefergall. Die ÖBB will sich die Situation nun ansehen und überprüfen, welche Maßnahmen zur Lärmreduktion möglich sind. Einen konkreten Zeitplan gibt nicht.

    KURIER
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Werden die Züge nicht bei der Abstellung zwischendurch abgebügelt?
    Nein, werden sie eben nicht! Und dort, wo sie abgebügelt werden können (z. B. Hauptbahnhof) hängen sie an der Zugheizanlage - und erzeugen eben trotzdem Lärm. Die Züge werden im Sommer durchgängig gekühlt und im Winter durchgängig beheizt. Auch in Payerbach ist das ein Problem! Hätte ich das Problem, und das ist eines - einfach nur zur Nachtzeit dort vorbeisehen und -hören - würde wahrscheinlich jede Nacht so ein Zug in Flammen aufgehen.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.
  • Kann mir kaum vorstellen, dass sie lauter sind als der großflächig tolerierte Straßenverkehr. Unabhängig davon, frage ich mich aber schon, warum die Fahrzeuge durchgehend beheizt (abseits Frostschutz) bzw. gekühlt werden. Zum Zeitpunkt des Abstellens sollte ja bekannt sein, wann sie wieder im Einsatz sind. Ein Timer ist wohl eine machbare Sache und sollte sich ein Mal doch etwas ändern, ist es wohl vertretbar, wenn der Zug noch nicht vollständig temperiert ist.
  • Kann mir kaum vorstellen, dass sie lauter sind als der großflächig tolerierte Straßenverkehr.
    Einfach z. B. nach Wolfsthal fahren und hören! Die CityJets bleiben im Energiesparmodus aufgebügelt, damit u.A. die Batterien nicht leer laufen, zudem läuft alle paar Minuten der Kompressor.

    Die Vorschriften besagen, dass beim Cityjet ein vollständiges Abrüsten nur im Temperaturbereich von +10 bis +25 Grad erlaubt ist, ansonsten Energiesparmodus. Selbiges beim Railjet. 4011er dürfen überhaupt nicht abgerüstet werden. 8633 und 8073 müssen "durchgeheizt" werden. Für die Enten gilt "Abstellen im "Vorheizen/Kühlen und Warmhaltebetrieb". 4020 dürfen über 10 Grad abgerüstet werden, wenn keine Vakuum-WCs vorhanden sind. Nachzulesen in der ZSB 32. Alle Vorschriften gelten, wenn die Fahrzeuge außerhalb von PR-Bereichen abgestellt werden.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von westbahn ()

  • Es ist heute bei Neubaufahrzeugen durchaus üblich, dass die Züge für eine gewisse Zeit vom Netz gehen und erst wieder hochfahren, wenn die Batterie wieder Energie braucht. Aber wenn die Vorschriften das nicht vorsehen, wird das eben nicht gemacht.

    Sollte man eher sich fragen, welcher Experte auf solche Vorschriften kam. Wozu es überhaupt für sowas eine Vorschrift braucht, hätte ich auch gerne gewusst.
  • Es ist heute bei Neubaufahrzeugen durchaus üblich, dass die Züge für eine gewisse Zeit vom Netz gehen und erst wieder hochfahren, wenn die Batterie wieder Energie braucht.
    ...und du bist natürlich in der Lage, mir eine genaue Typenbezeichnung kundzutun, bei der deine Vision in der Praxis angewandt wird? Aber die Vorstellung eines sich selbst aufrüstenden Triebzuges hat schon 'was! Also du bist total wissensbefreit in Sachen Eisenbahn; aber Vorschriften, die durchaus Sinn haben in Zweifel ziehen....
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von westbahn ()

  • Dass ein Zug einen internen Timer hat, nachdem er sich automatisch aufbügelt. ist wirklich kein Hexenwerk. Google liefert mir zwar keine Ergebnisse, doch las ich schon in einem anderen Forum über solch eine naheliegende Funktion.

    Es ist ja nicht schwer abzuschätzen, wie lange eine Batterie im Leerlauf hält...

    Außerdem hast du mir nicht den Sonn besagter Vorschrift erklärt. Ich tendiere dazu, dass einem Bürokraten etwas langweilig war.
  • Dass ein Zug einen internen Timer hat, nachdem er sich automatisch aufbügelt. ist wirklich kein Hexenwerk.
    Ich wiederhole meine Frage: ..und du bist natürlich in der Lage, mir eine genaue Typenbezeichnung kundzutun, bei der deine Vision in der Praxis angewandt wird?

    Außerdem hast du mir nicht den Sonn besagter Vorschrift erklärt.
    Tja, da musst du halt in deinem Bibi-Blocksberg-Forum nachfragen, wo es auch die automatischen Aufrüstzüge gibt! :D
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von westbahn ()

  • Schlichtweg Blödsinn! Im "anderen" Forum befindet sich die Bedienungsanleitung der DBAG Baureihe 440.0 (vierteilig), 440.2 (fünfteilig), 440.3 (dreiteilig) im Downloadcenter - und vom "automatischen Aufrüsten" ist keine Rede.

    ...
    Fahrzeug energiesparend abgestellt: Batteriehauptschütze sind ausgeschaltet, noch aktive Verbraucher werden über die Zusatzschütze von der Batterie gespeist, Hauptschalter sind ausgeschaltet, Stromabnehmer gesenkt, ein Klimasteuergerät ist noch aktiv und überwacht die Temperaturen, Zugang (ohne Änderung des Betriebsmodus) nur über Türnotöffnung möglich. Das Fahrzeug kann sich selbsttätig bei Erfüllung verschiedener Kriterien oder zur eingestellten Zeit in den Zustand „Inaktiv abgestellt“ versetzen. Bei Betätigung des Schlüsselschalters außen am Triebzug wird dieser ebenfalls in den Zustand „inaktiv abgestellt“ versetzt und die Tür kann geöffnet werden.
    ...
    Fahrzeug inaktiv abgestellt: Batterieschütze sind eingeschaltet, ein Hauptschalter je Triebzug ist eingeschaltet, Stromabnehmer angelegt, Leittechnik ist in Funktion, Tf-Einstieg an definierten Türen möglich. Triebzug wird durch Betätigen des Schlüsselschalters am Schaltschrank in den Zustand „Aktiv abgestellt“ oder durch Aktivieren eines Führerpults in den Betriebszustand „Normalbetrieb“ versetzt. Führen Sie zur Inbetriebnahme des Triebzuges/Zugverbandes die Arbeiten V1B oder V2B des Teilarbeitenverzeichnisses durch.
    ...


    Es kann sich "inaktiv"setzen, aber nie selbstständig umgekehrt!
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von westbahn ()

  • Das ist so ziemlich das, was ich die ganze Zeit meinte, dass er eben nach einer Zeit aufbügelt und den Strom von der Oberleitung kriegt, wodurch er nicht die ganze Zeit am Nett hängt.

    Aber Herr "westbahn" nimmt sowas immer genau, damit er seinen Diskussionsgegner besser beleidigen kann und sich nachher erhaben fühlen kann.
  • dass er eben nach einer Zeit aufbügelt
    Falsch! Das Fahrzeug kann sich selbsttätig bei Erfüllung verschiedener Kriterien oder zur eingestellten Zeit in den Zustand „Inaktiv abgestellt“ versetzen. All das hat nichts mit einer leeren Batterie zu tun!

    Folgende Bedingungen müssen dazu erfüllt sein:
    • Die Außentemperatur ist größer als 5 °C.
    • Die zuständigen Klimaanlagen melden Bereitschaft.
    • Alle Energieversorgungssysteme (Hochspannung, Trafo, HBU) melden Bereitschaft.
    • Die „Aufwachkriterien“ sind nicht bereits erfüllt.

    Ggf. werden Diagnosemeldungen am MTD angezeigt.

    Zum Übergang in den Betriebsmodus „Abgestellt, Fahrzeug inaktiv“ („Aufwachen“) führen folgende Kriterien:
    • Die Innentemperatur des Fahrzeugs unterschreitet 5 °C.
    • Die Toiletten erfassen eine zu geringe Temperatur.
    • Die Uhrzeit wurde erreicht, zu der mit dem Vorheizen des Fahrzeugs begonnen werden muss.
    • Der Schlüsselschalter außen am Fahrzeug wurde betätigt.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.
  • Hab ich jemals was anderes gesagt? Ich sagte, er bügelt sich auf wenn's nötig ist. Es wird wohl Gründe geben, warum der Batteriezustand nicht direkt abgelesen werden kann, aber ich sagte nicht, dass er sich anhand des Batteriezustandes aufbügelt. Wie gesagt, wie lange eine Batterie durchhält, kann man heutzutage ja ganz gut abschätzen
  • Leidest du an einem fehlerhaften Kurzzeitgedächtnis?

    ....aber ich sagte nicht, dass er sich anhand des Batteriezustandes aufbügelt.
    Es ist heute bei Neubaufahrzeugen durchaus üblich, dass die Züge für eine gewisse Zeit vom Netz gehen und erst wieder hochfahren, wenn die Batterie wieder Energie braucht.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.