[KURIER] Brösel zwischen den BBT-Chefs

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    Streit der Brennertunnel-Chefs eskaliert
    Das Verhältnis der beiden Vorstände ist zerrüttet. ÖBB und LH Platter stärken Österreichs Tunnelchef den Rücken.
    Es sind ziemlich große Löcher, die zwischen Tirol und Italien unter dem Brenner für den größten Eisenbahntunnel der Welt gebohrt werden. Und die verursachen nun ziemlich große Brösel.
    Wie das Südtiroler Nachrichtenportal salto.bz am Montag berichtete, sollen die beiden Vorstände des Brennerbasistunnels (BBT) abberufen werden. Auf österreichischer Seite ist das Konrad Bergmeister, auf italienischer Seite Raffaele Zurlo.
    Gleichgewicht der Macht


    Zwischen den beiden sollen unüberbrückbare Differenzen bestehen. Dass es im Getriebe hakt, ist ein offenes Geheimnis. Das bringt auch die Tatsache mit sich, dass die Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE paritätisch, also mit gleich vielen Vertretern beider Länder, besetzt ist – im Vorstand und im Aufsichtsrat.
    Zurlo soll Vorhaben auf österreichischer Seite blockiert haben. Bergmeister soll deshalb laut salto.bz auf ein Ende des dualen Systems gedrängt haben, wonach etwa Vergaben von beiden Vorständen mitgetragen werden müssen.
    Dass ein Land dem anderen dessen Vorstand „hinausschießt“ sei jedenfalls auszuschließen, heißt es hinter den Kulissen zu dem Machtkampf.
    Laut KURIER-Informationen soll es im Aufsichtsrat entgegen den Berichten des Südtiroler Nachrichtenportals bislang keinen Beschluss zur Abberufung der Vorstände gegeben haben.
    In der Auseinandersetzung der Tunnelchefs sollen auch angebliche Interessenskonflikte von Bergmeister, bezüglich eines von ihm gegründeten privaten Ingenieurbüros eine Rolle spielen. Er wollte keine Stellungnahme abgeben.
    Rückendeckung


    Die ÖBB, die als Eigentümervertreter im BBT-Aufsichtsrat sitzen, stärken Bergmeister den Rücken. „Von österreichischer Seite wird klargestellt, dass es volles Vertrauen und keinen Zweifel an der Kompetenz und der Integrität von Konrad Bergmeister gibt“, hieß es auf Anfrage.
    Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) stellte sich gestern demonstrativ hinter Bergmeister. Der sei „der Mister Brenner Basistunnel und seit Anbeginn Motor hinter diesem Projekt“. Dass Bergmeister ausscheide, sei für ihn „undenkbar“, so Platter in einer Stellungnahme.
    Laut Tiroler Tageszeitung soll es jedoch bereits Gespräche mit beiden Vorständen über vorzeitige Rücktritte ihrerseits gegeben haben. Im September will sich der Aufsichtsrat demnach um eine Lösung bemühen.
    Im Kosten- und Zeitplan
    Die ÖBB versicherin indes, der BBT sei "trotz komplexer rechtlicher Rahmenbedingungen sowie technischer und geologischer Herausforderungen im Zeit- und Kostenplan." Um dies auch weiterhin sicherzustellen, werde auf Eigentümerebene von Italien und Österreich "eine Weiterentwicklung des Status der Gesellschaft vorangetrieben und beschlossen".
    Darüberhinausgehende Angelegenheiten in Bezug auf die Zusammenarbeit der beiden Vorstände seien im Aufsichtsrat zu diskutieren und zu entscheiden.
    ( kurier.at ) | Stand: 12.08.2019, 16:54

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