[DE] DB: Informationsdesaster rund um liegengebliebenen ICE

  • [DE] DB: Informationsdesaster rund um liegengebliebenen ICE

    Sturm-Panne an ICE: Fahrgäste beklagen mangelnde Information
    Weil ein Orkan am Sonntagabend die Oberleitung beschädigt hatte, saßen 400 Passagiere über Stunden in einem ICE in Franken fest - manche mussten später im strömenden Regen ausharren. Viele kritisieren das Informations-Management der Deutschen Bahn.
    Es gab kein Licht, keine funktionierenden Toiletten und keine Klimaanlage - in der Nacht auf Montag saßen 400 Fahrgäste fast fünf Stunden in einem liegengebliebenen ICE bei Roth/Unterheckenhofen fest. Oberleitungen und Bäume waren durch den orkanartigen Sturm auf die Gleise gestürzt. In Teilen von Franken hatten am Sonntagabend heftige Unwetter gewütet.
    Der Strom wurde sofort abgeschaltet und die Leitungen geerdet, teilte ein Bahnsprecher dem BR mit. Da die Notstrombatterien eines ICE aber nicht für mehrere Stunden ausgelegt seien, hätten die Passagiere im Dunkeln sitzen müssen. Das Zugpersonal öffnete laut Augenzeugen aber schließlich alle Waggontüren. Wer zur Toilette musste, durfte den Zug verlassen. Die Fahrgäste wurden vom Roten Kreuz mit Getränken und Snacks versorgt und ärztlich betreut. Rund 200 Einsatzkräfte waren vor Ort.
    Passagiere mussten in strömendem Regen warten
    Viele Fahrgäste kritisierten die mangelhafte Information durch die Bahn. Denn es habe zunächst im Zug geheißen, dass in Kürze ein Ersatzzug bereit stünde. Laut Bahnsprecher sei aber schnell klar gewesen, dass ein solcher Zug wegen der umgestürzten Bäume nicht heranfahren konnte. Die Feuerwehr musste zunächst Wege durch ein Waldstück bis zu einer rund 80 Meter entfernten Straße schneiden, deshalb sei die Wartezeit so lang gewesen, erklärte der Sprecher.
    Feuerwehren, Bahnmitarbeiter und weitere Helfer brachten die Fahrgäste kurz nach Mitternacht dann zur nahe gelegenen Landstraße. Allerdings habe sich auf die Schnelle nur ein einziger Ersatzbus auftreiben lassen, um die gestrandeten Fahrgäste zum fünf Kilometer entfernten Bahnhof in Georgensgmünd zu bringen, wo der Zug zur Weiterfahrt wartete, so der Bahnsprecher. Der Bus fuhr dann im Pendelverkehr, viele Fahrgäste mussten in strömendem Regen ausharren.
    Nur die Hälfte des Ticket-Preises wird erstattet
    Gegen fünf Uhr früh erreichten die Passagiere des ICEs schließlich München, wohin der Zug aus Berlin unterwegs war - eigentlich hätten sie um 20:44 Uhr ankommen sollen.
    Wie eine Bahnsprecherin dem BR mitteilte, sollen die Fahrgäste im Rahmen einer Sonderkulanzregelung den vollen Fahrpreis erstattet bekommen. Zunächst hatte es geheißen, die Passagiere bekämen nur die Hälfte des Reisepreises zurück.
    Durch umgestürzte Bäume ist die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Treuchtlingen auch zur Stunde noch blockiert.
    Ähnlichkeiten mit Meridian-Panne
    Rund eine Woche zuvor hatten 600 Menschen mehrere Stunden wegen eines Defekts in einem Meridian-Zug bei Bad Endorf ausharren müssen. Auch sie hatten vor allem mangelnde Informationen moniert, abgeschlossene Toiletten und stundenlanges Warten auf einen Ersatz-Transport.

    www.br.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • ICE bei Roth ist entfernt, Bahnstrecke eingleisig befahrbar
    Nach dem Unwetter vom Sonntagabend ist die Sperrung der Bahnstrecke zwischen Roth und Georgensgmünd teilweise aufgehoben. Die Züge können in dem Bereich nun eingleisig fahren. Noch kommt es aber zu Verspätungen.
    Die Aufräumarbeiten der Bahn nach dem Sturm, der den Landkreis Roth am Sonntagabend schwer getroffen hatte, gehen gut voran. Wie die Bahn am Dienstagmorgen mitteilte, ist inzwischen der am Sonntag liegengebliebene ICE weggefahren worden. Auf der Verbindung Nürnberg-Treuchtlingen kommt es allerdings weiter zu Verspätungen und Zugausfällen.
    Umgestürzte Bäume, beschädigte Oberleitung
    Am Sonntagabend waren bei Roth aufgrund des Unwetters zahlreiche Bäume auf die Gleise und zum Teil auch auf die Oberleitung gestürzt. Über Stunden waren 400 Fahrgäste in einem ICE dort fest gesessen. Der ICE ist inzwischen wieder aus der Strecke entfernt. Ein Bahnsprecher hatte am Montag erläutert, dass der Zug an einer schwer zugänglichen Stelle liegengeblieben war und bis zu 30 umgefallene Bäume weggeräumt werden müssen.
    Bahnverkehr soll sich in der Nacht normalisieren
    Die Aufräumarbeiten an der Strecke selbst dauern noch an. Die Strecke Roth-Georgensgmünd soll laut Bahn ab Mitternacht wider frei befahrbar sein.

    www.br.de
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