[ORF Wien] Architekten fordern Planungskonzept für die Westbahntrasse vom Westbahnhof bis Hütteldorf

  • [ORF Wien] Architekten fordern Planungskonzept für die Westbahntrasse vom Westbahnhof bis Hütteldorf

    Großer Plan für Westbahngelände gefordert

    Sechs Kilometer lang und zum Großteil ungenützt ist die Westbahntrasse vom Westbahnhof Richtung Hütteldorf. Die Österreichische Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) fordert ÖBB und Stadt Wien auf, einen „großen Plan“ dafür zu entwickeln

    Online seit heute, 0.05 Uhr „Das Westbahnareal bietet ganz einmalige Chancen einer Trasse, die kreuzungsfrei zwischen Westbahnhof und Hütteldorf verläuft“, sagt ÖGFA-Vorstandsmitglied Andreas Vass. Es ist Frischluftschneise für das Wiental, stadtklimatisch extrem wichtig und innerstädtisch von sehr wichtigen Gebieten umgeben. Vass sieht Chance und Herausforderung für die Stadt, das gesamte Gebiet zu gestalten. Er warnt davor, Teilbereiche herauszugreifen und verweist auf erste Planungen für ein Leitbild für einen kleinen Teilabschnitt des Areals. Es sei falsch, Eigentümerinteressen zu folgen und nicht eine Gesamtentwicklung des Stadtgebiets zu betreiben.
    Inmitten dicht bebauter Quartiere bieten sich „dem durch Nachverdichtung und Überwärmung doppelt erhitzten ‚Wiener Klima‘ Chancen eines notwendigen Ausgleichs“. Vass verweist darauf, dass es hier die Möglichkeit darauf gebe, zukunftsweisenden Stadtumbau zu ermöglichen, „der die Barriere von Gleisanlagen in eine Nahtstelle urbanen Lebens verwandeln“ könnte.
    Fehler aus der Vergangenheit vermeiden
    Laut ÖGFA liegen derzeit zwei gegensätzliche Konzepte für den Raum vor. Einerseits ist eine Nutzung als Frei- oder Grünraum vorgesehen, der gerade innnerstädtisch Mangelware ist, andererseits gibt es Überlegungen zu Baustrukturen, noch bevor Investoren mit ihren Projekten auftauchen, die sich dann gegenüber dem Gemeinwohlinteressen durchsetzen, so Vass.
    Er verwies auch auf Mängel, die es in der Vergangenheit immer wieder bei Großprojekten wie etwa dem Hauptbahnhof gegeben habe: Planungen hinter verschlossener Tür, fehlende Diskussionen mit Fachwelt und Öffentlichkeit, auf einzelne Areale beschränkte Planungen, keine Beachtung des gesamten Stadtkontextes, fehlende Verflechtung mit umliegenden Stadtvierteln. Vass: „Das sind Mängel, die wir beim Westbahnareal vermeiden wollen.“
    „Die übliche Logik durchbrechen“
    Die Flächenwidmung für das Areal wurde 2006 festgelegt. Die ÖBB Infrastruktur AG habe dargelegt, „dass eine gesamthafte städtebauliche Entwicklung des Bereichs Westbahnhof bis Schmelzbrücke nicht vor 2030 erfolgt“, heißt es in einem Brief der grünen Planungsstadträtin Birgit Hebein an den Bezirksvorsteher von Rudolfsheim-Fünfhaus, Gerhard Zatlokal. Allerdings haben demnach die ÖBB für einen Teilbereich des gesamten Areals, dem Bereich zwischen Schmelzbrücke bis Linzer Straße, angekündigt, die nächsten Schritte schon 2021 zu setzen. Ziel sei es, die Flächenwidmung von 2006 zu aktualisieren bzw. die erforderlichen Grundlagen für eine städtebauliche Entwicklung zu schaffen.
    Die ÖGFA möchte, dass über welche Projekte auch immer, transparent informiert und öffentlich debattiert wird. Sie spricht von einem „Vorstoß aller Kräfte, die mit fachlichem und zivilgesellschaftlichem Engagement ihre jeweilige Kompetenz für die Zukunft dieser Stadt einsetzen“. Das Beispiel Westbahnareal solle zeigen, „wie die übliche Logik infrastrukturelle, klimatische, kulturelle und architektonische Kriterien (…) zu Ausgangspunkten stadtplanerischer Leitlinien gemacht werden können“.
    red, wiwn.ORF.at/Agenturen
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