[NÖN] Kindergartenkind zu alt für Freifahrt-Ticket

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  • [NÖN] Kindergartenkind zu alt für Freifahrt-Ticket

    Über ein in der Tat seltsames Kuriosum berichtete die NÖN:


    Kindergartenkind zu alt für Freifahrt-Ticket
    Das Tarifsystem des VOR sieht für Kindergartenkind ab 6. Geburtstag keine Freifahrt mehr vor. Top-Jugendticket gibt es aber auch noch keines.


    Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 03. September 2019 (04:31)

    NOEN

    Luis wird Ende des Monats sechs Jahre alt, geht aber noch nicht in die Schule, sondern besucht weiterhin den Kindergarten. Das ist eigentlich nicht weiter ungewöhnlich. Ungewöhnlich genug aber für das Ticketsystem des Verkehrsverbund Ost-Region (VOR), dem auch der Lup-Bus unterliegt. Denn mit sechs Jahren ist keine Freifahrt mehr vorgesehen und in Luis’ Fall auch kein Schülerticket. Er müsste also für jede Fahrt ein Einzelticket lösen und das zu einem Preis von 90 Cent.

    Das Jugendticket für Schüler wird vom VOR um 19,60 Euro pro Jahr angeboten. „Wir müssten aber für 35 Wochen, die Ferien sind abgezogen, stolze 157,50 Euro zahlen“, rechnet der Vater von Luis vor.

    Praxis sieht laut VOR anders aus
    Diesen seltenen Fall bestätigt auch der VOR auf NÖN-Anfrage: „Nach den derzeitigen offiziellen Tarifregelungen kann ein Kind nach dem sechsten Geburtstag keine Freifahrt mehr beanspruchen.“ Ein Jugendticket kann nur mit einem gültigen Schülerausweis verwendet werden. „Für jene wenigen Kinder in dieser Altersklasse ab sechs Jahren, die noch keine Schule besuchen, können wir aktuell offiziell weder ein Jugendticket noch eine Freifahrt anbieten“, so ein Sprecher des VOR. Das Tarifsystem begründet er mit einer aktuellen Vereinbarung mit großen österreichweit agierenden Mobilitätsanbietern wie den ÖBB.

    In der Praxis sieht das aber dann doch anders aus. Wie aus Kreisen des VOR zu hören ist, sei noch nie ein Sechsjähriger bei Kontrollen des VOR mit Strafzahlungen konfrontiert gewesen. Für den Vater von Luis zwar ein Trost, wenn auch ein schwacher: „Ich will meinen Sohn ja nicht zum Schwarzfahren animieren.“
  • Draisinenfan schrieb:

    „Für jene wenigen Kinder in dieser Altersklasse ab sechs Jahren, die noch keine Schule besuchen, können wir aktuell offiziell weder ein Jugendticket noch eine Freifahrt anbieten“, so ein Sprecher des VOR.
    So weit mir bekannt, gehen Kinder in Österreich ab dem 1.September, der auf den 6. Geburtstag folgt, zur Schule. Somit betrifft es nicht nur "wenige" sondern eigentlich fast alle?! Warum ist das nicht früher aufgekommen?
  • Ich denke, dass nicht grad allzuviele Kindergartenkinder mit den Öffis rumfahren. Zumal sie manchmal auch im Bus vergessen werden...
    Oder die Eltern zahlen die 157,50 halt, ohne gleich die Presse zu alarmieren.

    Irgendwer hat da aber trotzdem nicht mitgedacht. Mich erinnert das an einen Bekannten aus Rumänien, der vor Jahren in Wien das Gymnasium besuchte.
    Schülerfreifahrt bekam er keine mangels zustehender Kinderbeihilfe, somit musste er für die Fahrt in die Schule Fahrscheine kaufen.

    Am Sonntag durfte er aber gratis fahren, da diese Freifahrt für ALLE Schüler galt...

    Somit war die Fahrt in die Schule teuer, und der Ausflug am Sonntag gratis... ;(
  • Der Fehler wurde (zumindest in Wien) schon behoben. In den Tarifbestimmungen der Wiener Linien gibt es auch:

    https://www.wienerlinien.at/media/files/2015/tarifbestimmungen_011015_167559.pdf schrieb:

    Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensjahr bis zum Beginn der allgemeinen Schulpflichtgemäß Schulpflichtgesetz 1985 i.d.g.F. werden auf Strecken der WL, der WLB in der Kernzone (Zone 100)und auf den in die Tarifgemeinschaft einbezogenen Kraftfahr-linien der öffentlichen und privaten Autobusunternehmen unentgeltlich befördert.