[DE] Molli-Dampflok als Gastlok bei der Inselbahn Borkum

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    Stand: 10.09.2019 05:01 Uhr
    "Molli"-Dampflok macht Abstecher nach Borkum
    Nordseeinsel statt Ostseebäder: Eine "Molli"-Lok stattet Borkum einen Besuch ab. (Archivbild)
    Die Bäderbahn "Molli" geht auf große Fahrt. Normalerweise pendelt die historische Dampfeisenbahn zwischen Bad Doberan und den Ostseebädern Heiligendamm und Kühlungsborn (Landkreis Rostock). Für die 15 Kilometer lange Strecke brauchen die Loks der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli (MBB) rund 40 Minuten. Die heute beginnende Reise dauert gleich fast einen ganzen Tag. Sie führt in den äußersten Nordwesten Deutschlands - auf die Nordseeinsel Borkum.
    Zu Lande, zu Wasser, aber ohne Dampf
    Es gilt, die rund 450 Kilometer lange Strecke zu Lande und zu Wasser, aber ohne Dampf zurückzulegen. Dazu wird die rund 30 Tonnen schwere Lok heute auf einen Tieflader gehoben, der zunächst nach Emden fährt. Im Hafen wird die Lok auf eine Fähre verladen, die sie nach Borkum bringt.

    Eine Woche Borkum auf 900 Millimetern
    Auf der Nordseeinsel soll die "Molli"-Lok vom 14. bis zum 22. September zwischen dem Hafen und dem Ort verkehren. Dank der gemeinsamen Spurweite von 900 Millimetern ist das möglich, wie "Molli"-Chef Michael Mißlitz erklärte. Mit dieser Spurbreite gebe es in Deutschland nur diese zwei Bahnen, die regelmäßig fahren. Und da beide an der Küste verkehren, sei es doch eine schöne Geschichte, wenn der "Molli" zu Besuch komme, so Mißlitz. Auf Borkum sind mehrere Abfahrten täglich geplant. Darunter gibt es auch einige Highlights für Eisenbahnfreunde - wie etwa eine Parallelfahrt von "Molli" und dem heimischen Zug mit der historischen Dampflok "Borkum".
    Keine Ausfälle auf der Stammstrecke an der Ostsee
    Während des Borkum-Trips finden die Fahrten an der heimischen Ostsee planmäßig statt. Denn die Lok, die auf Reisen geht, ist eine von fünf im Bestand der MBB. "Wir schicken die kleine Lok weg", so Mißlitz. Sie ziehe sonst nur zur Hochsaison einen Sonderzug und komme nicht im regulären Verkehr zum Einsatz, weil sie die Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometer auf der "Molli"-Strecke nicht schaffe. "Deshalb hat das auf unserer Stammstrecke gar keine Auswirkungen."
    Dennoch ist der Aufwand nicht unerheblich: Eigens für die Lok wird Kohle nach Borkum geliefert. Außerdem wird auch extra Wasser für den Dampfkesselbetrieb speziell aufbereitet.

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  • Stand: 15.09.2019 14:13 Uhr
    Ostdeutsche Lok "Molli" macht Dampf auf Borkum

    Die mit Kohle betriebene Dampflok "Molli" verkehrt als Gast neun Tage auf der Insel Borkum.


    Die historische Dampflok "Molli" hat am Sonnabend nach ihrer dreitägigen Reise von Mecklenburg-Vorpommern auf die Nordseeinsel Borkum ihren ersten Arbeitstag absolviert. Rund 3.000 Fahrgäste haben die Sonderfahrten mit dem "Molli" genutzt. Hochzufrieden war der Geschäftsführer und Eisenbahnbetriebsleiter der Borkumer Kleinbahn, Theodor Robbers: "Wir haben einen super ersten Tag mit dem 'Molli' gehabt." Noch bis zum 22. September rauscht die Lok 99331 der Mecklenburgischen Bäderbahn über die Ostfriesische Insel. Diese Fahrten seien etwas ganz besonderes, weil der "Molli" wahrscheinlich nur dieses eine Mal zu Besuch auf Borkum sei, sagte Robbers.
    Fahrten mit dem "Molli" sind gefragt
    Anders als die Insel-Dampflok "Borkum", die mit Leichtöl betrieben wird, wird "Molli" noch - wie zu Omas Zeiten - mit Kohle befeuert. Mit ordentlich Dampf pendelt die Lok zwischen dem Hafen und dem Inselbahnhof. Täglich sind mehrere Abfahrten geplant. Für Eisenbahnfreunde soll es zudem Sonderfahrten geben - zum Beispiel eine gemeinsame Fahrt von "Molli" und der Dampflok "Borkum". Laut Robbers haben bereits so viele Menschen Tickets gekauft, dass sich dadurch wahrscheinlich die Transportkosten für die Lok nach Borkum amortisieren. Für die Fahrten hat die 65 Jahre alte Lok ihre eigene Kohle und vier Lokführer auf die Insel mitgebracht. Das ist auch der Grund, warum "Molli" nur für eineinhalb Wochen auf Borkum bleibt. "Auch wir haben Hochsaison und alle Mitarbeiter werden gebraucht", erklärte Michael Mißlitz von der Mecklenburgischen Bäderbahn.
    Idee entstand bei drei Flaschen Rotwein
    Die Idee für diesen außergewöhnlichen Besuch ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee. Vor drei Jahren hatten Robbers und Mißlitz bei drei Flaschen Rotwein die ganze Nacht darüber gesprochen. "Am Ende kannten wir das Programm", sagt Robbers. Und dieses Programm sieht im kommenden Jahr einen Gegenbesuch des sogenannten Schweineschnäuzchens vor - dann nämlich soll der Triebwagen aus Borkum auf der Strecke der Mecklenburgischen Bäderbahn fahren.
    Seltene Spurweite von 900 Millimetern
    Der Austausch der Loks ist deshalb möglich, weil sowohl auf Borkum als auch auf "Mollis" Stammstrecke zwischen Bad Doberan und den Ostseebädern Heiligendamm und Kühlungsborn die Spurweite 900 Millimeter beträgt. Nach Angaben der beiden Bahngesellschaften gibt es in Norddeutschland nur diese beiden öffentlichen Verkehrsstrecken mit der seltenen Schmalspurweite. Das normale Streckennetz der Eisenbahn in Deutschland hat eine Spurweite von 1.435 Millimetern.

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