[DE/CHN] Bereits mehr als 200 Containerzüge pro Woche zwischen China und Hamburg

  • [DE/CHN] Bereits mehr als 200 Containerzüge pro Woche zwischen China und Hamburg

    Stand: 10.09.2019 13:09 Uhr
    Immer mehr Bahnverkehr mit China erwartet

    In Hamburg werden immer mehr Güter per Zug von und nach China transportiert.

    Der Hamburger Hafen rechnet in den kommenden Jahren mit einem starken Zuwachs bei den Containerzugverbindungen mit China. Im vergangenen Jahr sind bereits rund 120.000 Boxen über die Schiene aus China angekommen - oder dorthin gestartet. Als traditioneller China-Hafen, logistische Drehscheibe und durch die gut entwickelten Hinterlandverkehre habe Hamburg beste Chancen, auch bei den Transporten per Schiene auf der "Neuen Seidenstraße" eine Schlüsselrolle einzunehmen, sagte Axel Mattern, Vorstand der Marketing-Gesellschaft des Hafens, am Dienstag.
    Starke Zuwachsraten
    Ob Luxusauto, Maschinenteile oder chemische Grundstoffe: Jede Woche rollen mehr als 200 Züge mit Containern zwischen China und Hamburg. Gerade einmal elf Jahre ist es her, dass der erste Testzug aus China den Hafen der Hansestadt erreichte. Mittlerweile hat die Zugverbindung zweistellige Zuwachsraten, die weit über denen bei den Schiffstransporten liegen.
    Teurer, aber schneller
    Einen Container per Bahn zwischen Asien und Europa zu befördern, kostet - verglichen mit dem Schiff - zwar das Doppelte bis das Dreifache. Dafür ist der Transport per Zug aber auch fast dreimal so schnell, wie Mattern sagte. Das macht die Schiene attraktiv für Waren, die schnell geliefert werden sollen - zum Beispiel kurz vor Weihnachten.
    Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) geht davon aus, dass die Züge zunehmend auch dem Frachtflugzeug den Rang ablaufen könnten. Die chinesische Staatsführung hat das Ziel ausgegeben, die Zahl der Containerzüge nach Europa und zurück bis Mitte der 2020er-Jahre mehr als zu verdreifachen.

    www.ndr.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Interessant ist, dass in Hamburg wöchentlich bereits mehr als 200 Güterzüge aus China eintreffen und starke Zuwachsraten prognostiziert werden.
    Frage: Wo werden diese Züge wohl umgespurt bzw. die Fracht von Breitspur (1520 mm) auf Normalspur (1435 mm) Waggons umgeladen?
    In Deutschland macht sich offenbar niemand Gedanken über eine Verlängerung der Breitspurstrecke(n) via Polen bis Hamburg (oder Berlin??).

    In Österreich macht man sich seit Jahren Gedanken über eine Verlängerung der Breitspurbahn bis nahe an Wien.
    Siehe Breitspurbahn soll von Peking nach Parndorf führen (mehr als 100, meist kritische Beiträge in diesem Forum seit 2017).
    Die Industriellenvereinigung mit dem damaligen Präsidenten DI Albert Hochleitner (damals Siemens Österreich-Generaldirektor) hat den Vorschlag bereits früher gemacht.
    Siehe ORF, 19.3.2007: IV wünscht sich Schnellverbindung.

    So phantastisch diese Idee damals wirkte, so sehr tut es mir leid, ich kann keinen wirklichen Sinn darin finden:
    • Wozu um teures Geld eine neue Bahnstrecke über hunderte Kilometer anlegen, wenn der Umspurungs- bzw. Umladevorgang (heute z.B. in Košice) an anderer Stelle trotzdem notwendig wird.
    • Wie viele Arbeitsplätze bieten die heutigen Umspurungs-Bahnhöfe und wie viele gehen dort verloren, wenn die Umspurung / Umladung weiter im Westen erfolgen soll?
      Wenn die für eine Umspurungs- bzw. Umladeanlage in Österreich genannten 4.500 Arbeitsplätze stimmen sollten (glaube ich aber nicht), dann müssten wohl viele Arbeitsplätze an den heutigen Übergangs-Bahnhöfen verloren gehen.
      Ob man damit Freunde gewinnen kann?? Deren Länder auch noch viel Geld aufbringen sollten, um die neue(n) Bahnstrecke(n) zu bauen?
    • Zum Vergleich: Weiß jemand im Forum annähernd, wie viele Arbeitsplätze das Güterzentrum Wien Süd oder der Zentralverschiebebahnhof Kledering bieten?
      Daraus könnte man Vergleiche ziehen.
    • Wenn die Breitspurbahn bis (Ost-)Österreich doch gebaut werden sollte: Was soll an deren Ende geschehen: Umspurung? Umladung auf Normalspur-Waggons? Umladung auf LKWs? Ob das gewünscht ist? Im letzteren Fall wäre es sinnvoll, dies in dem oder im Zusammenwirken mit dem Güterzentrum Wien Süd zu tun.
    Die ganze Breitspur-Thematik hat offenbar von 2007 bis 2017 zehn Jahre lang in Schubladen geschlummert.
    Erst der nunmehr zurückgetretene Verkehrsminister hat das Thema wieder belebt.
    Demnächst sind Neuwahlen. Warten wir ab, wie die nächste Regierung aussieht und ob das Thema dann noch weiter verfolgt oder zu Grabe getragen wird.

    Wenn schon Geld aufgewendet wird, dann erschiene mir weitaus sinnvoller eine dem PV dienende HL-Bahn vom Flughafen Wien Richtung Bratislava und Budapest (Magistrale für Europa). Der Güterverkehr Richtung Osten kann ja auch dann weiterhin über die heute üblichen Routen erfolgen.

    Sollte das Thema Breitspurbahn in Österreich weiter leben, so wird es sicher in diesem Forum in dem oben genannten Thread "Breitspurbahn soll von Peking nach Parndorf führen" weiter verfolgt werden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Werner ()

  • Wie man an diesen Zahlen sehen kann, sind die österreichischen Träumereien der Breitspur unnötig. Eine Verladung Bahn-Bahn oder eine Umspurung wird es in Österreich nicht in relevanten Zahlen geben (wird im Osten billiger sein und dort bleiben). Dann bleibt noch die Straße und da muss man kräftig ausbauen, damit man auch nur irgendwie eine relevante Anzahl an LKWs wegbekommt.
  • Benutzer online 1

    1 Besucher