CRRC liefert an Rail Cargo Hungaria - Der Anfang vom Ende der kleinen, europäischen Lokfabriken?

  • CRRC liefert an Rail Cargo Hungaria - Der Anfang vom Ende der kleinen, europäischen Lokfabriken?

    Rail Cargo Hungaria schloss einen Vertrag über die Beschaffung von umweltfreundlichen Lokomotiven

    Im Auftrag von Rail Cargo Hungaria (RCH) entwickelt das chinesische Unternehmen, CRRC Zhuzhou Locomotive Co., Ltd. (CRRC ZELC) die ersten für den Güterverkehr optimierten E-hybrid Lokomotiven in Europa. Der Vertrag wurde von den Parteien im Beisein von László Mosóczi, Staatssekretär für Verkehrspolitik und Duan Jielong, Botschafter der Volksrepublik China in Ungarn, unterschrieben.

    Das Tochterunternehmen des weltgrößten Schienenfahrzeugherstellers übernahm die Entwicklung von emissionsfreien E-hybrid Rangier- und Hochleistungslokomotiven für den Güterverkehrssektor im Einklang mit den angegebenen Parametern von Rail Cargo Hungaria. Je zwei Fahrzeuge werden innerhalb von 36 Monaten gefertigt und die relevanten ungarischen und internationalen Lizenzen werden auch angeschafft. Die Entwicklungskosten werden von der chinesischen Vertragspartnern übernommen. Dem Vertrag entsprechend wird Rail Cargo Hungaria die Fahrzeuge für vier Jahre vermieten, wobei der Mietvertrag auch die Kosten der ganzheitlichen Instandhaltung beinhaltet. Entsprechen die Lokomotiven den Erwartungen, hat RCH die Möglichkeit die Mietperiode zu verlängern oder kann sich für den Kauf der Fahrzeuge entscheiden. Weiters können zusätzliche 20-20 Fahrzeuge unter günstigen Bedingungen bestellt werden.

    László Mosóczi hat darauf hingewiesen, dass gemäß unserer verkehrspolitischen Vision die Bahn bis 2030 serviceorientiert und nachhaltig mit einem effektiven Netzwerk funktionieren wird. Dafür ist eine kostengünstige, energieeffiziente und umweltfreundliche maschinelle Ausstattung – wie diese neue Generation von Multisystemlokomotiven – unerlässlich. In der Zukunft wird die ungarische Teststrecke – derzeit unter Vorbereitung – für das Testen der von CRRC ZELC entwickelten Fahrzeugen eine ausgezeichnete Alternative anbieten, und so die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Ungarn und China weitervertiefen.

    Dr. Imre Kovács, Vorstandsvorsitzender der Rail Cargo Hungaria, betonte zu diesem Anlass, dass RCH mit diesem Abkommen einen wegweisenden Schritt für die nachhaltige Zukunft des europäischen Schienengüterverkehrs setzt. „Im Güterverkehrssektor ist unsere Gesellschaft die erste, die diese umweltfreundlichen und kostengünstig funktionierenden Lokomotiven einsetzt – setzte er fort. Im Vergleich mit den heutigen modernsten Lösungen können die neuen Lokomotivtypen von CRRC flexibler und effizienter eingesetzt werden. Ihre Vorteile sind im Einzelwagenverkehr sichtbar, da sie auch auf Anschlussbahnen, die mit keiner Oberleitung ausgestattet sind, eine reine und billige Lösung anbieten. In unseren transeuropäischen Verkehren symbolisieren sie die innovative Stärke der Rail Cargo Group.” Er fügte noch hinzu: Für die RCH sind Innovation und Umweltbewusstsein gegenseitig verstärkende Motivationen. Mit ihrer Transportleistung ersetzt die Gesellschaft jährlich den Verkehr von zehntausenden Lkw und entlastet damit die Umwelt von etwa einen halben Millionen Tonnen Treibhausgasen.

    RCH wird die Rangierlokomotiven in Ungarn, die anderen Lokomotiven daneben auch in Kroatien, Serbien, Rumänien, Mazedonien, Griechenland und Bulgarien einsetzen. Die, in den Hochleistungs- und Rangierlokomotiven eingebaute „super last mile battery pack“ ermöglicht Transporte auch auf Strecken, wo keine Oberleitung zur Verfügung steht. In diesen Fällen werden die Lokomotiven von Akkumulatoren versorgt, was unterem anderen bei den meisten Anschlussbahnen benötigt wird.

    Die neuen Lokomotiven sind emissionsfrei und schonen die Umwelt. „Das ist besonders wichtig im Falle von Zugbildungen, wenn derzeit üblicherweise Diesel-Lokomotiven die Einordnung der schweren Waggons mehrmals versuchen und so die Rangierbahnhöfe mit Dampf überfluten. In den internationalen Verkehren ist es auf manchen Strecken möglich, dass wegen Störungen oder Bauarbeiten keine Oberleitung zur Verfügung steht. In diesen Fällen muss die traditionelle Lokomotive – die durch eine Oberleitung versorgt wird – mit Diesel-Loks ersetzt werden, was sowohl zeitlich als auch finanziell negative Auswirkungen für das Bahnunternehmen hat. Die Unterzeichnung des heutigen Vertrags bedeutet den Start einer Entwicklung, die in der Zukunft eine Lösung auch für solche Probleme anbieten kann – betonte Román Kotiers, CFO und Vorstandsmitglied der RCH.


    Nachdem die Frau VersagerVestager festgestellt hat, dass CRRC eh nicht so schnell nach Europa kommen wird, ist doch alles gut, oder? :D Jetzt wird der Spuhler (und Andere) wohl langsam Kopfweh bekommen ... In der EU wird sich in den nächsten Jahren diese Wirtschaftssparte komplett ändern, denn die EU hat aufgrund kleinkariertem Nationaldenkens die Fusion "ihrer großen Eisenbahnhersteller" vor kurzem verhindert! In den kommenden Jahren wird dann "die Rechnung" für diese Entscheidung ausgestellt. So wie die Lokfabriken als Haus- und Hoflieferanten der Staatsbahnen ab den 1990er-Jahren von den westlichen Konzernen eliminiert wurden, so wird es in den 2020ern zum globalen Ausgleich der Verteilung kommen. Die Globalisierung ist ein Prozess, den niemand in der Lage ist zu verhindern! ...mal sehen, ob wir einen ketzerischen Bericht der Tante Ungerboeck darüber lesen werden. Als kolportiert wurde, dass die Westbahn chinesische Züge haben will, hat das einen ordentlichen medialen Wirbel ausgelöst...
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.

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  • Damit du mir nicht zu depri wirst: rch.railcargo.com/de/news/vertrag-zwischen-rch-und-crrc
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
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