[Salzburg] Neubau der Obusgarage abgesagt

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  • Halte ich für kein gutes Zeichen für den O-Bus, es ging vermutlich auch um Kapazitätserweiterungen. Projekte bei denen die Kosten explodieren zu stoppen ist vollkommen in Ordnung, nur sollte man an einen Neustart denken und nicht einfach die billig-Variante durchziehen. Berechnung über die LCC gibt es vermutlich gar keine?
  • KFNB X schrieb:

    Halte ich für kein gutes Zeichen für den O-Bus
    Das will ich doch nicht hoffen. Ist der Obus doch ein wesentliches Rückgrat des Öffentlichen Verkehrs in der Stadt Salzburg.
    Dazu kommt natürlich die zumindest teilweise recht gut funktionierende S-Bahn Salzburg.

    Die in den Medien erkennbare Debatte um die Obus-Remise hatte aus meiner Sicht zwei Aspekte als Hintergrund:
    1. Wohnbauprojekte: Bauträger spekulier(t)en offenbar auf beide Grundflächen: Anteile der ASFINAG-Gründe nahe der Autobahn-Anschlussstelle Salzburg Mitte, wo auch die neue Obus-Remise entstehen sollte einerseits, und andererseits auf das Areal der bisherigen Obus-Garage an der Alpenstraße.
      Siehe die heutige ORF Salzburg-Meldung Aus für Obus-Remise stellt Wohnprojekt in Frage.

      Die Immobilien-Branche hat vielerorts die Preise in unglaubliche Höhen getrieben. Phantasiepreise. Grob gesagt: Gier kennt keine Grenzen.
      Vor allem auch in Salzburg zu beobachten: Es wird zugebaut und -gepflastert mit Wohnbauten, wo es auch nur irgend wie geht.
      Nicht, weil günstiger Wohnraum für Jungfamilien geschaffen werden soll, sondern nur um der Gewinne willen.
      Die Öffentliche Hand scheint mit dem Bestreben, günstigen und gemeinnützigen Wohnraum zu schaffen, vielfach keinen oder nur wenig Erfolg zu haben.

      Das erscheint mir als ein wesentlicher Hintergrund der Debatte um die ASFINAG-Gründe an der Autobahn einerseits und um die Grundfläche der jetzigen Obus-Garage an der Alpenstraße andererseits zu sein.
    2. Obus-Remise: Mag sein, dass die jetzige Obus-Remise nicht mehr ganz ausreicht. Natürlich auch modernisiert gehört.
      Siehe auch die ORF Salzburg-Meldung von gestern Obus-Remise: Übersiedelung abgesagt.
      Die in der von dr. bahnsinn zitierten KURIER-Meldung erwähnten Ideen des Salzburger Bürgermeisters von Wasserstoff- und Batteriebetrieb kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Mag zwar faszinierend klingen (siehe auch Zillertalbahn), würde aber wesentliche Investitionen für diese neue Antriebstechniken bedeuten.
      Waren das nur Killer-Argumente? Wie sieht es aus mit Kosten? Zeithorizont? Wirtschaftlichkeit? Standort-Frage?
      @ KFNB X: Gehe ich recht in der Annahme, mit LCC ist Life Cycle Costing gemeint?
    Ganz abgesehen von der Obus-Zukunft in Salzburg: Wie realistisch ist das Streben nach der Stadt-Regional-Bahn (SRB, siehe hier und hier).
    Die allenthalben kolportierte Summe von weniger als einer Mrd. Euro scheint mir allzu optimistisch, um nicht zu sagen unglaubwürdig.
    Wie soll ein so komplexes Vorhaben mit aufwendigen Tunnel- und Stationsbauten im sensiblen Stadt- und Altstadtbereich so preisgünstig sein?
    Im Vergleich dazu soll der wesentlich weniger komplexe und fertig geplante neue Tunnel am Pass Lueg 450 Mio. Euro kosten?
    Glaube die Milliarde für die SRB nicht. Die Relation stimmt nicht.
    Und selbst wenn die SRB jemals gebaut werden sollte: Wie soll / wird das Obus-Netz dann aussehen? Wie kurz oder lang sind dann die Intervalle auf der innerstädtischen SRB? Heute fährt die Lokalbahn in 30 bis 60 Minuten Intervallen. Die O- und Autobusse haben heute je nach Linie Intervalle zwischen 10 und maximal 30 Minuten.
    Bei dem dichten Liniennetz im Innenstadtbereich kommt alle paar Minuten ein Obus oder Autobus, der einen ans Ziel bringt.
    Selbst mit einer SRB wird ein Oberflächen-Öffi-Netz (mit Obussen?) notwendig sein.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Werner () aus folgendem Grund: Tippfehler korrigiert

  • Werner schrieb:

    1. Die Immobilien-Branche hat vielerorts die Preise in unglaubliche Höhen getrieben. Phantasiepreise. Grob gesagt: Gier kennt keine Grenzen.Vor allem auch in Salzburg zu beobachten: Es wird zugebaut und -gepflastert mit Wohnbauten, wo es auch nur irgend wie geht. Nicht, weil günstiger Wohnraum für Jungfamilien geschaffen werden soll, sondern nur um der Gewinne willen.

    Richtig, die Preise sind regelmässig jenseits von gut und böse.

    Werner schrieb:

    Ideen des Salzburger Bürgermeisters von Wasserstoff- und Batteriebetrieb kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Mag zwar faszinierend klingen (siehe auch Zillertalbahn), würde aber wesentliche Investitionen für diese neue Antriebstechniken bedeuten.
    Waren das nur Killer-Argumente?
    Ich glaube eher, das ist ganz normales, inkompetentes Gewäsch. Preuner halt.

    Werner schrieb:

    Glaube die Milliarde für die SRB nicht. Die Relation stimmt nicht.
    Da bin ich ganz bei dir. Komplett unglaubwürdig, überhaupt in dem "Gatsch" (Seeton).
  • KFNB X schrieb:

    Wie viele km Tunnel wären das am Pass Lueg?
    Die genaue Tunellänge am Pass Lueg (Neubau) weiß ich leider nicht. Die betreffenden Pläne sind mir nicht (mehr) verfügbar.
    Es dürften wohl um drei km sein.
    Die genannten Baukosten von 400 bis 450 Mio. Euro erscheinen mir auch ziemlich plausibel.

    Der Trassenverlauf der geplanten Stadt-Regionalbahn hingegen ist in OpenRailwayMap eingezeichnet.
    Demnach soll die Bahn unterirdisch vom Hauptbahnhof (Lokalbahnhof) via Mirabellplatz, Altstadt (Universitätsplatz? Max Reinhardt-Platz?) unter dem Mönchsberg ins Nonntal und weiter unterirdisch zur Alpenstraße führen. Bis dorthin sind es etwa schon drei Kilometer.
    Kurz vor dem AYA-Bad soll es oberirdisch weiter gehen entlang der Alpenstraße bis etwa zur Autobahn-Anschlusstelle Salzburg-Süd. Weiter auf noch nicht genau festgelegter Trasse bis nach Hallein. Das sind ca. noch einmal ca. 11 bis 12 km.
    Und das alles um ca. 950 Mio. Euro? Mit all den sensilen Bereichen in der Altstadt, inclusive Stationsbauten etc. Zusätzlich noch die oberirdische Strecke: In Hochlage? Oder auf Straßenniveau? Wie sieht es mit Fahrzeugen aus? Die heutigen Triebzüge der SLB werden dann auch das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben.
    Sorry, aber so sehr das Verkehrs (Stau-) Problem in der Stadt Salzburg einer Lösung bedarf, ich kann mir die SRB so wie oben beschrieben, vor allem um diesen Preis, nicht vorstellen.
  • grubenhunt schrieb:

    Nur kannst die dortige Baumethode in verbautem Gebiet nicht anwenden und der Tunnel waere zu 100% bergmaennisch.
    665 m der 1500 m Tunnel sind ebenfalls bergmännisch, deswegen habe ich es als Vergleich gewählt. Dazu kommen noch 2 Brücken und einiges an offener Strecke, das Los ist insgesamt 3,5 km.

    Selbst wenn ich hoch ansetzte und sage, 100 Mio der 140 Mio sind für den bergmännischen Tunnel, sind es hochgerechnet 500 Mio €. Bleibt noch einiges für Station, Fahrzeuge, etc.


    Werner schrieb:

    Und das alles um ca. 950 Mio. Euro? Mit all den sensilen Bereichen in der Altstadt, inclusive Stationsbauten etc. Zusätzlich noch die oberirdische Strecke: In Hochlage? Oder auf Straßenniveau? Wie sieht es mit Fahrzeugen aus? Die heutigen Triebzüge der SLB werden dann auch das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben.
    Bei den 1,5 Mrd € sind die Fahrzeuge berücksichtigt: sn.at/salzburg/politik/1-5-mil…g-warnt-vor-kosten-477424



    Werner schrieb:

    Der Trassenverlauf der geplanten Stadt-Regionalbahn hingegen ist in OpenRailwayMap eingezeichnet.
    Ist der aktuell? Ich dachte der Schwenk unter den Mönchsberg in festeres Gestein ist nicht aktuell?
  • Kontrollamt prüft Absage von Obus-Remise

    Die Obus-Remise in der Stadt Salzburg wird jetzt ein Fall für das Kontrollamt. Nach jahrelanger und millionenteurer Planung sagte die Salzburg AG das Remisenprojekt in Salzburg-Liefering Ende September ab. Der Aufsichtsrat befürwortete die Entscheidung damals einstimmig. Die Bürgerliste will das Hin und Her um das neue Obus-Gebäude jetzt aber prüfen lassen.

    Online seit heute, 6.25 Uhr Zu unwirtschaftlich sei das Remisenprojekt und eine Sanierung der bestehenden Remise im Süden der Stadt sinnvoller, zu diesem Ergebnis kam die Salzburg AG Ende September. Und das, obwohl der Remisenbau jahrelang eines der großen Infrastrukturprojekte in der Landeshauptstadt war. Die alte Autobahnmeisterei in Liefering sollte zur Obus-Remise werden, die bestehende Remise an der Alpenstraße zur Wohnsiedlung.
    Bereits zwei Millionen Euro in Planung gesteckt
    Die Planungen waren weit fortgeschritten, ein Architektenbüro legte Entwürfe vor, die Behördenverfahren wurden eingeleitet, der Gestaltungsbeirat befasste sich mit dem Vorhaben. Ende September kam dann aber plötzlich das Aus für das geplante Obus-Gebäude. Mindestens zwei Millionen Euro Planungskosten waren zu diesem Zeitpunkt bereits investiert.
    Bürgerliste: War Projekt falsch dimensioniert?
    Die grüne Bürgerliste will jetzt wissen, wie es zur plötzlichen Absage des Projekts kommen konnte. Sie will etwa wissen, warum es so lange dauern konnte, bis klar war, dass das Projekt wirtschaftlich keinen Sinn ergibt, und ob das Remisenprojekt von vornherein falsch dimensioniert war? Diese Fragen stellt die Bürgerlisten-Klubchefin Inge Haller. In der Sitzung des städtischen Kontrollausschusses am Montag wird die Bürgerliste deshalb eine Prüfung der Vorgänge durch das Kontrollamt beantragen. Derartige Anträge werden vom Ausschuss grundsätzlich immer bestätigt.
    Zusammen mit der Obus-Remise waren 150 Wohnungen in Salzburg-Liefering geplant – das dürfte jetzt hinfällig sein. Foto: ORF
    salzburg.ORF.at
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