[orf.at] Aufregung um Sturmgewehr im Zug

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  • [orf.at] Aufregung um Sturmgewehr im Zug

    Aufregung um Sturmgewehr im Zug

    Darf man in einem Personenzug offen eine Waffe mitnehmen? Das haben sich Passagiere am Bahnhof in Bad Schallerbach gefragt. Anlass dazu gab ein Soldat mit Sturmgewehr im Waggon.

    orf.at
    Online seit heute, 6.11 Uhr

    Für Verunsicherung in einem voll besetzten Reisezug sorgte der junge Bundesheersoldat, der am Bahnhof Bad Schallerbach in einen Zug gestiegen war. Am Montagmorgen fuhr der mit einem Seesack und Rucksack bepackte Soldat in Uniform vom Bahnhof Bad Schallerbach-Wallern Richtung Wels. Er trug gut sichtbar sein Sturmgewehr geschultert. Das bereitete den Mitreisenden des besetzten Zugs Unbehagen.

    Soldaten dürfen Gewehr nicht mit nach Hause nehmen
    Offen bleibt, warum der Soldat nach einem Wochenende von Bad Schallerbach aus mit der Bundesheer-Waffe abreiste. Denn ein Soldat dürfe sein Gewehr auf keinen Fall übers Wochenende mit nach Hause nehmen, so Militärpressesprecher Oberstleutnant Gerhard Oberreiter: „Ein Soldat darf seine Waffe unter keinen Umständen mit nach Hause nehmen. Waffen müssen immer in der Kaserne verbleiben. Es ist verboten, sie mitzunehmen.“
    Privat Laut Auskunft des Bundesheeres dürfe ein Soldat zwar mit einem sogenannten „Marschbefehl“ mit seiner Waffe im Zug fahren, allerdings gelte diese Erlaubnis nur von Kaserne zu Kaserne, also ab den Kasernen-Standorten wie Hörsching, Wels, Linz, Ried und Enns, nicht aber im konkreten Fall ab Bad Schallerbach. „Den Anblick sei man nicht mehr gewohnt, dass Soldatinnen und Soldaten von Kaserne zu Kaserne mit öffentlichem Verkehrsmittel reisen, da die meisten jungen Menschen beim Militär mit ihrem Privatauto unterwegs sind“, so Oberreiter. Oberreiter sieht kein Problem, wenn Soldaten ihre Waffen offen tragen. Er verweist auf die schweren Transportboxen des Heeres, die es unmöglich machen würden, ein Sturmgewehr in dieser zu transportieren.

    ÖBB widerspricht Bundesheer
    Dem widerspricht hingegen Karl Leitner, Pressesprecher der ÖBB Oberösterreich. Er hält fest, dass in den Transportmitteln der Österreichischen Bundesbahnen Waffen unter keinen Umständen offen zur Schau mitgeführt werden dürfen: „Grundsätzlich dürfen laut Handbuch für Reisende der ÖBB keine geladenen Waffen mitgenommen werden. Ungeladene Waffen dürfen, getrennt von der Munition mitgeführt werden, aber nur, wenn sie wie die Waffe in einer geschlossenen Transportbox verwahrt sind.“
    Privat Waffen dürfen laut Leitner auch nie auf einem Sitz abgelegt werden und unbeaufsichtigt gelassen werden. Beim oberösterreichischen Bundesheer will man der Angelegenheit nun nachgehen und beim aktuellen Einrückungsturnus verstärkt auf die Sicherheitsbelehrungen eingehen.
  • Der Soldat hat aber bestimmt nicht aus Spass seinen kompletten Spint (KAZ 3) mit.

    Wie man am Foto sieht ist auch kein Magazin angesteckt.

    Und vor 10 Jahren hatte ich (und alle meine Gruppenmitglieder) auch einmal das STG77 übers Wochenende im Auto als wir Freitags nach Dienstschluss von der Kaserne Baden in die HUAK nach Enns überstellt wurden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Wasco ()

  • Als ich vor 52 Jahren meinen Wehrdienst ableistete, war das Überstellen von Kaserne zu Kaserne mitsamt Ausrüstung und StG58 im Zug noch gang und gäbe. Niemand fand etwas dabei. Was sagen eigentlich die Schweizer, die ihre Waffen bei sich zu Hause haben, zu so einer Diskussion?
    Vielleicht sollten wir uns bei ihnen auch in dieser Angelegenheit Rat holen, genauso wie es im Umgang mit dem Bau der Alpentunnel angesagt gewesen wäre, die in der Schweiz problemlos über die Bühne gegangen sind und auch jetzt noch ohne künstliche Aufregung möglich zu sein scheinen. Siehe dazu das aktuelle Grimseltunnel-Projekt
    hier im Forum.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Der wohl bekannteste "Missbrauch" ist wohl der publik gewordene tragische Todesfall in einer Kaserne. Da ist mir dann schon lieber, dass der "private" Transport nicht mehr üblich ist.
    Da ich selbst nich bei dem Verein war, kenne ich das alles nur von Erzählungen, unter anderem, wo eine Waffe unabsichtlich mitgenommen wurde.