[ORF Wien] ÖBB weiten Nachtverkehr aus

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  • EU-Politiker-Auftrieb im Nachtzug nach Brüssel heute Abend. Ich fürchte, dass es aber auch das erste und letzte Mal gewesen sein wird. Nachzulesen hier:

    Nachtzug-Premiere mit EU-Delegierten

    Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erweitern ihr Nachtzuggeschäft und starten Sonntagabend mit dem Nightjet von Wien nach Brüssel. Zahlreiche österreichische Europaparlamentarier werden einsteigen, um zu ihrer Arbeit in die EU-Metropole zu reisen.

    Online seit heute, 9.21 Uhr

    Greenpeace rief schon im November eine „Nachtzug-Challenge“ für die 18 österreichischen EU-Abgeordneten aus. Mit dieser Zugfahrt könnten die EU-Parlamentarier ein starkes Zeichen für den Klimaschutz setzen: Während Flugpassagiere auf der Strecke von Wien nach Brüssel je 410 kg CO2 verursachen, seien es bei Nightjet-Fahrgästen nur je 40 kg CO2 pro Kopf.
    Vertreter fast aller Parteien
    Angenommen hat – laut Ankündigungen – die Mehrheit der österreichischen EU-Parlamentarier. Von der ÖVP wollen gleich fünf EU-Abgeordnete, nämlich Parlamentsvizepräsident Othmar Karas, Angelika Winzig, Simone Schmiedtbauer, Lukas Mandl und Barbara Thaler das „grüne“ Mobilitätsangebot nutzen. Auch die SPÖ wird mit Delegationsleiter Andreas Schieder, Günther Sidl und Hannes Heide recht stark vertreten sein. Von der FPÖ will sich Roman Haider in den Zug setzen. Für die Grünen freute sich bereits Delegationsleiterin Monika Vana über die Direktverbindung. NEOS-Abgeordnete Claudia Gamon kann unterdessen nicht teilnehmen, sie hat bereits Sonntagabend Termine in Brüssel, heißt es gegenüber wien.ORF.at.
    Karas begrüßte die neue Zugverbindung, die den Zugang für Jugendliche nach Brüssel zu den EU-Institutionen erleichtern werde und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz leiste. Auch Schieder gab im Vorfeld ein Bekenntnis zur Bahn ab: Gerade für Strecken bis 1.000 Kilometer sei die Bahn im Sinne des Klimaschutzes das sinnvollste Verkehrsmittel. Trotzdem seien über Jahrzehnte Infrastruktur und Strecken „kaputtgespart“ worden. Statt weiter Straßen- und Flugverkehr in Milliardenhöhe zu entlasten, müsse man in nachhaltige, öffentliche Verkehrsmittel investieren.
    Vorsitzende im EU-Parlament für Ausbau
    Auch die Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und Tourismus des Europäischen Parlaments (TRAN), Karima Delli (Frankreich, Grüne/EFA), will an der Premierenfahrt teilnehmen. Sie will sich angesichts des Ziels, CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu reduzieren, für stärkeren politischen Rückhalt für Nachtzüge und für die stärkere Besteuerung des Flugverkehrs einsetzen. „Nachtzüge sind die Zukunft. Unser Planet braucht eine Beschränkung des Flugverkehrs und die Nachfrage nach solchen Zügen ist in ganz Europa groß“, so Delli in einer Aussendung.
    Zweimal in der Woche nach Brüssel
    Der ÖBB-Nightjet wird künftig zweimal wöchentlich von Wien nach Brüssel fahren. Sonntagabend und Mittwochabend starten die Züge mit Sitz-, Liege- und Schlafwägen am Wiener Hauptbahnhof, Ankunft in Brüssel-Nord ist 14 Stunden sieben Minuten später. Für Kostenbewusste gibt es Sparschienen-Angebote. Der Trend zum Nachtzug bescherte der Bundesbahn bisher stark steigende Fahrgastzahlen in dieser Nische und zahlreiche anerkennende internationale Medienberichte.
    Die ÖBB hatten vor drei Jahren das Nachtzuggeschäft der Deutschen Bahn übernommen und bieten Verbindungen etwa nach Berlin, Hamburg, Zürich oder Rom an. Bis zum Jahr 2026 gibt es einen Stufenplan zum Ausbau der Nightjets.
    red, wien.ORF.at/Agenturen
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Lt. vagonweb.cz bestand der Zugteil Wien - Brüssel heute aus drei Schlafwagen, einem Liegewagen und zwei Sitzwagen und eine gute Lobby-Aktion ist es jedenfalls.

    Der bairische Abgeordnete Markus Ferber (CSU, Augsburg) ist übrigens ein alter Nachtzugfan und wird den Innsbrucker Flügel sicher regelmässig nutzen. Grad für einen aus der "Provinz" stammenden Abgeordneten ist eine Diektverbindung dieser Art ein Komfortsprung ersten Ranges.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von grubenhunt ()

  • Brüssel-Premiere des ÖBB-Nachtzugs mit EU-Abgeordneten
    Plangemäß um 20.38 Uhr ist gestern Abend der erste ÖBB-Nachtzug von Wien nach Brüssel vom Wiener Hauptbahnhof abgefahren. Neben zahlreichen österreichischen Europaabgeordneten ist auch ÖBB-Chef Andreas Matthä an Bord des Nightjets, der nach knapp mehr als 14 Stunden Zugfahrt heute Vormittag in Brüssel-Nord erwartet wird.
    Die neue Nachtzugverbindung bietet zweimal wöchentlich ein umweltfreundliches Mobilitätsangebot in die EU-Metropole. Laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist die Fahrt mit dem Nachtzug wesentlich weniger klimaschädlich als ein Flug: Während Flugpassagiere auf der Strecke von Wien nach Brüssel je 410 kg CO2 verursachen, seien es bei Nightjet-Fahrgästen nur je 40 kg CO2 pro Kopf.
    Zwischen 60 und 250 Euro
    Neben Abgeordneten sollen auch Lobbyisten, sonstige Geschäftsreisende und Touristen sowie Touristinnen mit dem Nachtzug ohne Umsteigen nach Brüssel fahren, hoffen die ÖBB. Dabei kann man zwischen einer Nacht im Schlafwagen, Liegewagen oder im Sitzwagen wählen. Das günstigste Sparschiene-Ticket kostet 59,90 Euro, wer alleine im Single-Deluxe-Abteil mit Dusche, WC und Frühstück reisen will, muss 249 Euro hinlegen.
    Die ÖBB haben vor drei Jahren das Nachtzuggeschäft der Deutschen Bahn teilweise übernommen und bauen ihr Netz weiter aus. Neben den bestehenden Zielen wie Berlin, Hamburg, Zürich, Rom, Venedig und nun Brüssel werden auch Verbindungen nach Skandinavien oder Spanien überlegt.


    red, ORF.at/Agenturen
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Und daselbe aus belgischer Sicht...:

    Belgien hat jetzt eine nächtliche Bahnverbindung nach Wien
    An diesem Sonntagabend fahren von den österreichischen Städten Wien und Innsbruck zwei Züge ab und kommen vereint als "Nightjet" am Montagmorgen in Brüssel an. Es ist das erste Mal seit 2003, dass ein regelmäßiger Nachtzug in Belgien hält. Die Nachtzüge fahren künftig immer sonntags und mittwochs von Wien und Innsbruck nach Brüssel. Die Rückfahrten finden jeweils einen Tag später statt. Für die gesamte Strecke ab Wien beziehungsweise ab Innsbruck brauchen die beiden Züge mit Sitz-, Liege- und Schlafwagen rund 14 Stunden.

    weiter hier

    Der Nightjet wird zweimal pro Woche eingesetzt. Wenn Sie von Belgien nach Österreich reisen möchten, können Sie montags und donnerstags in den Nachtzug steigen und am nächsten Tag in Österreich ankommen. Die günstigsten Tickets für eine einfache Fahrt kosten 29,90 Euro, aber dann muss man die ganze Nacht sitzen. Der Zug fährt am Sonntagabend und Mittwochabend in Österreich zurück nach Belgien.

    Die neue Verbindung ist zunächst ein einjähriges Pilotprojekt. In den Sommerferien 2020 wird der Nachtzug nach dem Fahrplan der ÖBB nicht fahren.
  • Le Soir berichtet und das schon am frühen Morgen, incl. Video, über die Ankunft des ersten regulären Nachtzugs in Brüssel seit 16(!) Jahren.

    Transportminister François Bellot und SNCB-GD Sophie Dutordir empfingen den Zug am Bahnhof Bruxelles-Midi.


    Der Verstärkung des Wiener Zugteils ist es übrigens zu "verdanken", dass der Zugteil aus Innsbruck nur aus einem Schlaf- und einem Liegewagen bestand. Genaugenommen ist der ursächliche Grund die Steilrampe von Ronheide bei Aachen, über diese können nur 8 Wagen gezogen werden. Nachdem nun der Zugteil aus Wien bereits aus 6 Wagen bestand, musste der Zugteil aus Innsbruck entsprechend verkürzt werden.

    Das heisst aber auch, dass in Zukunft etwaige wegen Mehrbedarfs eingereihte Wagen spätestens in Aachen abgehängt werden müssten.
  • Draisinenfan schrieb:

    .....ganz unrecht hat er ja leider nicht
    Ganz unrecht hat er natürlich nicht, denn die EU-Politik ist bezüglich der Waffengleichheit von Lkw- und Bahngüterverkehr tatsächlich gefordert. Aber so rückständig (z. B. Lok- und Personalwechsel an JEDER Grenze) braucht man die Bahn auch wieder nicht darzustellen. Sollte das nämlich stimmen, dann müsste ich bei meinen bisherigen PKP Cargo- und ČD Cargo-Vectron-Sichtungen auf der Nordbahn Fiktionen aufgesessen sein. Es ist nur mehr Frage der Zeit, bis die Ländergrenzen bezüglich Lokkompatibilität keine Rolle mehr spielen werden. Auch die Tfzf.-Wechsel sind aus meiner Sicht kein Nachteil, da er erstens keinen Zeitverlust bedeutet und zweitens aus der Sicht der Sprachkenntnisse sogar von Vorteil ist. Dass die Bahn heute noch wie zu Kaisers Zeiten fährt, wird von Bahnskeptikern zwar gern so gesehen, entspricht aber nicht der Realität.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ich kenne zwar niemanden aus der Tfzf-Einsatzplanung, aber ich kann mir gut vorstellen, dass der Tfzf-Wechsel an der Grenze schon gewisse Schwierigkeiten birgt. Erst recht bei Verspätungen.
    Sprachkenntnisse wären auch bei LKW-Fahrern nicht verkehrt, die Vorschrift gibt es nur leider nicht. Wobei in Zeiten von BFZen sollte Englisch als Sprache auch ausreichen. Zur Not könnte man auf gewissen Strecken Deutsch vorschreiben.
  • Mir fehlt dazu das betriebliche Wissen, aber ich nehme mal stark an, dass bei so langen Zugläufen sowieso die Tfzf. gewechselt werden müssten, spätestens dann, wenn die Fahrdauer eines Zuges länger als die maximal zulässige Schichtdauer ist. Und wenn nicht die Staats- bzw. Systemgrenzen das Limit wären, dann die wohl Streckenkundigkeit - ein Tfzf. muss doch für eine Strecke geschult sein, um sie befahren zu dürfen, oder?

    Was aber sicher sinnvoll wäre, ist Englisch als europaweite Bahnsprache zu akzeptieren, also dass zumindest für Hauptstrecken auch nur-englischkundige Tfzf. schon eine Grenzprüfung machen können. Sicherungs-, Stromsysteme etc. zu harmonisieren ist klarerweise komplex, aber die Sprache könnte schonmal ein vergleichsweise einfacher, aber wirkungsvoller Hebel sein.
  • Wien - Prag - Wien (gut 8 Stunden Fahrzeit) bzw. die CD-Railjet umgekehrt, würde man z.B. gut mit einem Triebfahrzeugführer fahren können. So braucht es eine Ablöse in Breclav mit allen Problemen bei Verspätungen.
    Wien - Budapest, Linz- Prag wären weitere Beispiele. Wobei dann wohl meist die Tfzf der Nachbarländer "reinkommen".

    Und wenn Tfzf regelmäßig grenzüberschreitend unterwegs sind, haben sie ja auch die Streckenkenntnis. Wien - Brüssel wird man damit natürlich nicht abdecken.
  • KFNB X schrieb:

    Wien - Prag - Wien (gut 8 Stunden Fahrzeit) bzw. die CD-Railjet umgekehrt, würde man z.B. gut mit einem Triebfahrzeugführer fahren können.
    Das stimmt natürlich schon, ich hab meine Aussage jetzt nur auf den Nachtverkehr bezogen.
    Wird in Břeclav (und anderen Grenzbahnhöfen) wirklich immer der Tfzf. gewechselt? Also gibt es nur so wenige Tfzf. mit Grenzprüfung?
  • KFNB X schrieb:

    Wobei viel Kritik bei den Foren-Usern von Unwissen stammt.
    Z.B. jene über mehrfache Pass und Fahrkartenkontrollen. Diese gibt es aber nur im Sitzwagen. Von Spanien bis Polen hat mich noch keine Kontrolle in der Nacht geweckt.
    ich wurde sehr wohl im August 2018 - also lang nach der "Flüchtlingskrise" - im NJ Wien-Hamburg während des Aufenthalts in Passau im 3er-Schlafwagen von ruppigen deutschen Grenzpolizisten zwecks Passkontrolle sehr unsanft geweckt. Mein Hinweis das wir im Schengenraum sind und wir ein schlafendes Kind im Abteil haben wurde - eh wie auch erwartet - nur mit einem unfreundlichen Kommentar abgetan.

    Vielleicht ändert sich ja doch was wenn jetzt auf einmal EU-Behördenmitarbeiter am eigenen Leib erfahren, wie schwachsinnig das Theater ist.
  • ttgo schrieb:

    Vielleicht ändert sich ja doch was wenn jetzt auf einmal EU-Behördenmitarbeiter am eigenen Leib erfahren, wie schwachsinnig das Theater ist.
    Ich wünschte, Du hast damit recht!
    Ich würde da aber fast wetten, dass die Bahnfahrt für den Großteil der Parlamentarier eine einmalige Aktion bleibt...
    Was ich sogar verstehen kann, angesichts der späten Ankunftszeit in Brüssel und der 14 Stunden Fahrt, die ja irgendwer zahlen muss...
  • KFNB X schrieb:

    Ich kenne mich in Belgien nicht aus, bzw bei den Zubringerstrecken nach Brüssel. Ist eine flachere Alternativ-route nicht möglich?


    Wikipedia schrieb:

    Da der Aachener Hbf als Systemwechselbahnhof ausgeführt wurde, ist die Rampenstrecke mit dem belgischen 3000-V-Gleichstromsystem elektrifiziert. Auf den Einsatz von Schiebelokomotiven kann aber trotz Elektrifizierung bei schweren Zügen bis heute nicht verzichtet werden. Nach Einführung des Thalys zwischen Köln und Paris sowie des ICE International zwischen Frankfurt am Main und Brüssel gibt es lediglich noch einzelne Nachtzüge, die einen entsprechenden Einsatz erforderlich machen. Planmäßigen Güterverkehr über die Ronheider Rampe gab es bis zum Beginn des Sommerfahrplans 1979, allerdings nur mit wenigen Zugpaaren, die meisten grenzüberschreitenden Güterzüge zwischen Deutschland und Belgien verkehrten und verkehren ab dem Bahnhof Aachen West über die Montzenroute durch den Gemmenicher Tunnel. Von 1979 bis Dezember 2007 verkehrten planmäßig keine Güterzüge auf der Strecke, diese wurden ausschließlich über die Montzenroute geführt. Lediglich während der Bauarbeiten am Göhltalviadukt in den Jahren 2003 und 2004 gab es zahlreiche Umleiterverkehre an Wochenenden über die Ronheider Rampe. Seit Dezember 2007 verkehren auf der Ronheider Rampe wieder planmäßig Güterzüge, allerdings nur bergab in Fahrtrichtung Deutschland.
    Die einzelnen Nachtzüge sind wohl diverse Schnee- und Ski-Expresszüge

    Die nur im Güterverkehr befahrene Umfahrung (Montzenroute) ist bei Boris Chomenko dunkelrot und dunkelgrün dargestellt.
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