ÖBB-Infra errichtet "Schwarzbau".

  • ÖBB-Infra errichtet "Schwarzbau".

    ÖBB-Infra hat im Bahnhof Roppen den Bahnsteig 1 auf 55cm Kantenhöhe aufgestockt und barrierefrei gemacht. Der Bahnsteig 2 - ein Neubau - ist nicht barrierefrei errichtet worden und soll in zwei oder drei Jahren bei einer zweiten Baumaßnahme nachträglich barrierefrei gemacht. Bei diesem Vorgang wird die Straßenunterführung erneuert, also verbreitert, weswegen - hochintelligent, aber gut zu ÖBB-Infra passend - die ebenfalls neu errichteten Gleisanlagen wieder abgetragen werden müssen! Wer diesen Neubau in dieser Form genehmigt hat, kann das BMVIT nicht angeben. Das BMVIT hat ÖBB-Infra zur Stellungnahme aufgefordert. Diese ist seit mehr als neun Wochen(!) ausstehend. Im Grunde genommen stellt der Bahnsteig 2 einen Schwarzbau dar. Zwischenlösungen sind nicht gestattet! Es ist seit dem 01.01.2006 bekannt, dass Neubauten barrierefrei zu sein haben! Das ist dieser Bahnsteig nicht! Das Gewerk entspricht nicht den gesetzlichen Erfordernissen. Ein Gewerk, das nicht den Gesetzen und Bewilligungen entspricht, ist ein Schwarzbau. Jeder "Häuslbauer" durfte dies am eigenen Leib verspüren. Es folgt in der Regel ein Abbruchbescheid. Seit dem 01.01.2016 gilt das Gesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen für alle Unternehmen in ganz Österreich. Alle Waren, Dienstleistungen und Informationen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, müssen barrierefrei angeboten werden. Für die Beseitigung von Barrieren in Bauwerken, Verkehrsmittel, Verkehrsanlagen und Verkehrseinrichtungen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes mit 01.01.2006 genehmigt wurden, gab es eine zehnjährige Übergangsfrist. Diese ist mit 31.12.2015 ausgelaufen.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • Aus der TT:

    Roppen braucht in Sachen Bahn ein Gesamtkonzept
    Bahnhofsumbau, Zugang zum Bahnsteig 2 und zwei zu enge und kleine Unterführungen – ab 2021 soll Abhilfe geschaffen werden.

    © Paschinger
    Die Maßnahmen am Bahnhof Roppen haben mehr als drei Millionen Euro gekostet. Dazu zählt der Stiegenaufgang zum Bahnsteig 2 – der barrierefreie Zugang befindet sich an anderer Stelle weiter hinten.



    Von Alexander Paschinger
    Roppen – Roppen und die ÖBB – das ist ein Thema mit langer Geschichte. Und die letzten Kapitel sind noch nicht geschrieben. Gemeinsam mit den zuletzt gesetzten Maßnahmen am Bahnhof und den noch anstehenden Aufgaben wie zwei zu kleine Unterführungen werden einige Millionen Euro in der Gemeinde verbaut. „Wir sind gerade in Verhandlungen, wie viel die Gemeinde bei den nächsten Projekten beisteuern muss“, sagt Bürgermeister Ingo Mayr. Und der Sprecher der ÖBB in Tirol, Christoph Gasser-Mair, ergänzt: „Dazu erarbeiten die ÖBB gemeinsam mit der Gemeinde ein Gesamtkonzept.“

    Ein großer Teil wurde in einer ersten Phase am Bahnhof bereits abgeschlossen. Der Bahnsteig 2 wurde neu gebaut und auch mit einer Stiege erschlossen. Das augenscheinliche Problem: Die Stiege ist alles andere als barrierefrei, wie es eigentlich bei ÖBB-Neubauten gefordert wird. „Die Kritik ist nicht ganz berechtigt“, verteidigt der Bürgermeister, denn „bei der Holzbrücke weiter hinten gibt es eine Schiebestrecke für Kinderwägen und Rollstühle“. Dieser Weg werde auch von den ÖBB zur Räumung des Bahnsteiges 2 genutzt.

    „Insgesamt wurden in den vergangenen Monaten etwas mehr als drei Millionen Eur­o in die Attraktivierung des Bahnhofes investiert“, ergänzt der ÖBB-Sprecher. Aktuell werde der Bauabschnitt 1 zur Ertüchtigung des Bahnhofes Roppen abgeschlossen. Allfällige weitere Maßnahmen seien in einem zweiten Bauabschnitt umzusetzen. Dazu gehört dann „die barrierefreie Erschließung des Bahnsteiges 2 über eine Rampe“. Ein Lift sei aber nicht vorgesehen. Immerhin werde der Bahnsteig 2 derzeit nur bei einem einzigen Halt eines Zuges in Roppen gebraucht – „bis auf diesen einen Zug verkehren alle anderen Nahverkehrszüge vom Bahnsteig 1. Dieser ist barrierefrei ausgeführt und auch barrierefrei erschlossen“, betont Gasser-Mair.

    Der Roppener Bürgermeister erhofft sich von dieser zweiten Bauphase noch mehr: Da geht es für ihn nämlich auch um die Unterführung direkt beim Bahnhof. Seinen Informationen zufolge werde es in den nächsten Jahren wieder eine längere Sperre an der Arlberg-Strecke geben. Diese Zeit könnte zur Aufweitung des Durchlasses genutzt werden. Und noch eine ander­e enge Unterführung bleibt ein Thema: der Durchlass zur Inn­kniesiedlung. „Zwei Millionen Euro“, weiß BM Mayr aus den bisherigen Gesprächen, würde diese lang ersehnte Maßnahme kosten.

    Das zeitliche Fenster für Arbeiten an der Bahnstrecke will Gasser-Mair nicht bestätigen. Zum Fernziel zweigleisiger Ausbau im Oberland meint er dagegen: „Derzeit prüfen wir die technischen Möglichkeiten zu Angebotsverbesserungen zwischen Ötztal und Landeck in den Abschnitten Ötztal – Roppen und Imst – Imsterberg.“
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