[CHN/DE] Neue Containerverbindung China - Sassnitz-Mukran

  • [CHN/DE] Neue Containerverbindung China - Sassnitz-Mukran

    Stand: 12.11.2019 17:00 Uhr
    MV bekommt Anschluss an "Neue Seidenstraße"

    Der erste Güterzug aus China hat am Dienstag den Hafen Sassnitz-Mukran auf Rügen erreicht.


    Der Hafen Sassnitz-Mukran auf Rügen soll zu einem Drehkreuz für den Schienengüterverkehr von und nach China werden. Mecklenburg-Vorpommern bekommt damit Anschluss an die "Neue Seidenstraße". Auf Initiative Pekings soll sie Asien und Europa verbinden. Am Dienstag hat der erste Güterzug aus China Mukran erreicht.
    Zug aus China ist seit Anfang des Monats unterwgs
    Der Zug war Anfang November im zentralchinesischen Xi‘an gestartet. Er legte die letzte Etappe nach rund 10.000 Schienenkilometern aus dem russischen Baltysk über die Ostsee auf einer Eisenbahnfähre zurück. Von Mukran aus sollen die Containerwaggons mit Konsum- und Industriegütern dann weiter nach Hamburg rollen.
    Pegel: Ostseehäfen profitieren von neuer Verbindung
    Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) feierte die Eröffnung der Linie mit Vertretern aus Russland und China. Er sieht in dem Zug "ein erstes sichtbares Ergebnis" langjähriger Bemühungen. Vor allem für die Ostseehäfen gebe es erhebliche Wachstumspotenziale durch die neuen Handelswege.
    Kritiker bemängeln wachsenden Einfluss Chinas
    Wegen des wachsenden Einflusses Chinas ist das Projekt politisch und ökonomisch heftig umstritten. Pegel hält dagegen, dass die Warenströme zwischen China und Westeuropa seit Jahrzehnten unterwegs und gewachsen seien. Bislang laufe der Handel aber vor allem über Containerschiffe und dauere damit lang. Es würden also keine neuen Märkte geöffnet, die es bislang nicht schon gegeben habe, sie würden nur schneller.
    Breitspur-Schienennetz kommt noch aus DDR-Zeiten
    Mukran verfügt als einziger deutscher Hafen über einen Gleisanschluss für das Breitspur-Schienennetz, wie es in Russland, Finnland und dem Baltikum üblich ist. Er war noch von der DDR für den Fährverkehr nach Klaipeda im damals zur UdSSR gehörenden Litauen errichtet worden. Hintergrund waren Liberalisierungsbestrebungen in Polen. Die DDR und die UdSSR wollten eine landunabhängige, sichere Verbindung schaffen, um Waren und Militärtechnik transportieren zu können. 2012 war eine neue Eisenbahn-Fährverbindung nach Ust-Luga bei St. Petersburg eröffnet worden, die aber - auch wegen der 2014 verhängten Handelssanktionen infolge des Ukraine-Konflikts - wegen mangelnder Fracht hinter den Erwartungen zurückblieb.

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