Tiroler Tageszeitung: Regionalbahnen sollen an Anziehungskraft gewinnen

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    Und gleich noch was aus Tirol:

    Regionalbahnen sollen an Anziehungskraft gewinnen
    Zur Attraktivierung der Regionalbahnen wurde ein Interreg-Projekt gestartet. Erstmals in der Funktion des Leadpartners: der VVT.

    © Tschol - Fahrten mit den Regionalbahnen, wie im Bild mit der Außerfernbahn, sollen die Alternative zum motorisierten Individualverkehr werden.

    Reutte – In den vergangenen Jahren hat die Verkehrsbelastung auf der Fernpassstraße, im Allgäu und im Raum Garmisch-Partenkirchen kontinuierlich zugenommen. Der Stellenwert der Bahn als nachhaltig­e Mobilitätsalternative gegenüber dem motorisierten Individualverkehr ist gering – nicht zuletzt auch wegen der langen Fahrzeiten.

    Basierend auf einem Beschluss des Tiroler Landtages soll nun in einem grenzüberschreitenden Beteiligungs- und Entwicklungsprozess die Attraktivierung der Regionalbahnen vorangetrieben werden. Am 1. November wurde hierfür ein Interreg-Projekt gestartet, welches die Attraktivierung der Außerfernbahn sowie der Mittenwaldbahn/Werdenfelsbahn im Grenzgebiet Außerfern und Bayern zum Ziel hat. Vor wenigen Tagen gab es in Reutte ein erstes Treffen der Projektpartner und Vertreter der Bahnen. Dabei wurden die Projektziel­e und der Umsetzungsplan des EU-Projekts präsentiert.

    „Mobilitätsfragen im Bezirk Reutte müssen immer grenzüberschreitend angegangen werden. Es freut mich, dass es uns gelungen ist, eine so breite Allianz mit bayerischen Partnern auf die Beine zu stellen. Es sitzen nun alle an einem Tisch, um bei der Außerfernbahn deutliche Verbesserungen für Bevölkerung und Gäste zu erreichen“, freut sich der Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern (REA), Günter Salchne­r, über einen ersten Etappensieg.

    Auch Michaela Walmann, Bürgermeisterin in Pfronten, misst der Bahnstrecke große Bedeutung zu: „Die Stärkung der Bahnverbindung Kempten – Pfronten – Reutte – Garmisch ist für die Gemeinde Pfronten von größter Wichtigkeit, um für die Bürger attraktive Verbindungen für Beruf, Schule und Freizeit zu schaffen. Und auch für unser­e Urlaubsgäste und Tagesausflügler sollte die Anreis­e per Bahn zunehmend eine Rolle spielen.“ Sebastian Kramer (Zugspitz Region GmbH) meint: „Als Ziel haben wir die Machbarkeitsprüfung des Bahnhalts Kainzenbad und die Prüfung des teilweise zweigleisigen Ausbaus der Verbindung München – Innsbruck im Visier.“

    Auch die Bevölkerung ist eingeladen, ihre persönlichen Anforderungen an eine moderne Bahn einfließen zu lassen. Wissenschaftlich fundierte Umfragen zur Nutzung der Bahnen sollen das Bild abrunden. Aus den so gewonnenen Erkenntnissen wird ein Maßnahmenkatalog als Handlungsempfehlung für die Zukunft entwickelt werden. In weiteren Projektteilen werden schwerpunktmäßig Konzepte für multimodale Bahnhöfe, Handlungsempfehlungen für ungesicherte Bahnübergänge, aber auch Untersuchungen zum technischen Ausbau der Bahnen und den damit verbundenen Potenzialen erarbeitet.

    Das Projekt soll mit Februar 2022 abgeschlossen werden. Der Verkehrsverbund Tirol (VVT) übernimmt darin erstmals in seiner Geschichte die Funktion des Leadpartners in einem EU-Projekt. Alexandr­a Medwedeff, Projektleiterin beim VVT: „Die ländlichen Grenzregionen noch besser anzubinden, vor allem auch an die Landeshauptstadt Innsbruck, ist uns sehr wichtig. Die Zusammenarbeit von Partnern aus Tirol und Bayern soll deshalb gleichzeitig den Grundstein für eine langfristige Kooperation im Ausbau des öffentlichen Verkehrs vor Ort legen.“ Unterstützt wird der VVT auf Tiroler Seite von der Regionalentwicklung Außerfern. Die Partner auf bayerischer Seite sind die Gemeinde Pfronten, Markt Nesselwang, die Zugspitz Region GmbH sowie die Allgäu GmbH. (TT, fasi)
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