Zugfahrt nach Madrid dauerte über 42 Stunden

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  • Zugfahrt nach Madrid dauerte über 42 Stunden

    Wenn unsereiner das tut, wird er für eisenbahnnarrisch erklärt. Tut eine Abgeordnete sowas, dann stehts in der Zeitung... :D
    Krone.at

    Für den Klimaschutz
    Julia Herr fährt Zug: Über 40 Stunden nach Madrid

    Greta Thunberg hat es mit ihrem aufwendigen Segeltörn von Schweden über den Atlantik bis nach Manhattan zum Klimagipfel vorgemacht - und Julia Herr, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, machte es jetzt nach. Der Trip der 27-Jährigen war zwar nicht ganz so lange und die junge Politikerin war dabei auch nicht den Strapazen der hohen See ausgesetzt, mit diversen Schwierigkeiten hatte Herr auf ihrer Reise ganz im Zeichen der Umwelt aber dennoch zu kämpfen.

    Julia Herr, Nationalratsabgeordnete und Bereichssprecherin für Umwelt und Klima der SPÖ, nimmt an der 25. UN-Klimakonferenz teil. Diese findet seit Montagfrüh in Madrid statt. Eines vorweg: Herr schaffte es nicht pünktlich zum Start der COP25 in Spaniens Hauptstadt. Aber der Reihe nach …

    Nachdem die Politikerin noch am Freitag im Rahmen der „Fridays for Future“-Bewegung in Wien auf die Straße gegangen war, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen, stand am Samstag schon der nächste Programmpunkt an: die Abreise zur Klimakonferenz in Madrid.


    (Bild: stock.adobe.com, krone.at-Grafik)

    Praktisch, einfach, billig?
    Ganz im Sinne der Umwelt wollte Herr aber auf das Flugzeug verzichten. Sie entschied sich daher für die klimafreundlichste Variante: Zug fahren. „Ich will die Reise nutzen, um aufzuzeigen, dass wir unsere Schienennetze ausbauen müssen! Zug fahren soll in Zukunft die praktischste, einfachste und billigste Reisemöglichkeit sein“, so Herr am Samstag auf ihrem Instagram-Profil.

    Mehr als 1000 Euro für Tickets bezahlt
    Dass Zug fahren aber derzeit leider sehr weit von den Worten „praktisch“, „einfach“ und „billig“ entfernt ist, musste Herr nun in voller Breite erfahren, wie sie auf ihren Social-Media-Kanälen berichtet. Denn nicht nur, dass die Fahrt von Wien nach Madrid und wieder retour läppische 1086 Euro gekostet hat - der günstigste Direktflug kommt hingegen auf gerade einmal 90 Euro -, kam Herr auch nicht gerade flott voran. So musste die Politikerin auf ihrer Reise nicht nur mehrfach umsteigen, sondern wurde durch Verspätungen zusätzlich immer wieder ausgebremst. Die Folgen: verpasste Züge, nicht vorhandene Nachtverbindungen und notwendige Planänderungen.

    „Jetzt ENDLICH hier“
    Den Startschuss zur 25. UN-Klimakonferenz hat Herr damit bereits verpasst. Auf den letzten Kilometern ging dann nichts mehr schief, die Politikerin kam gegen 16 Uhr in Madrid an. Damit hatte ihre Reise knapp 43 Stunden - anstatt knapper drei Stunden mit dem Flugzeug - gedauert. „Jetzt ENDLICH hier“, verkündete Herr ihre Ankunft in Spaniens Hauptstadt.

    „Bahnfahren ist europaweit noch keine Alternative“
    „Man kann den Leuten nicht verübeln, wenn sie den Flieger oder das Auto nehmen, wenn das Bahnfahren europaweit noch keine Alternative ist“, teilte Herr in einer Aussendung mit. Die 27-Jährige plant noch im Dezember „entsprechende Anträge und politische Aktionen, um dieses Problem endlich verstärkt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken und an Lösungen zu arbeiten“. Vorausgesetzt natürlich, Herr schafft es noch bis Ende des Monats mit dem Zug zurück nach Wien …

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Draisinenfan ()

  • Draisinenfan schrieb:

    ......dass die Fahrt von Wien nach Madrid und wieder retour läppische 1086 Euro gekostet hat......
    Ich will da jetzt nicht recherchieren, aber fast 1.100 € kommt mir reichlich viel vor. Überhaupt lese ich aus dem Krone-Artikel eine ziemliche Anti-Bahn-Tendenz heraus.

    @Draisinenfan: Du musst Dich entscheiden, denn im Threadtitel ist es das Gratisblatt Heute, im Link aber die Krone.
    ;)
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    @Draisinenfan: Du musst Dich entscheiden, denn im Threadtitel ist es das Gratisblatt Heute, im Link aber die Krone. ;)
    Sind halt Beides Qualitätszeitungen ;)
    Ich brings gleich in Ordnung.

    Das mit der Anti-Bahn-Tendenz stimmt wohl, man muss ja belegen, dass die Bahn sooo schlimm ist...

    Scotty findet z.B. durchaus Verbindungen unter 24 Stunden. Peinlich finde ich den Hinweis auf die Grenzkontrolle beim RJX68, sind die wirklich (noch) nötig...?

  • Der Preis wäre ja noch das geringere Übel.
    Aber in Zeiten, wo Leut schon wegen 5-10Min Zeitersparnis lieber nach Wien auf der A2 dahin stauen, statt im Zug zu sitzen, wird einfach niemand ein Vielfaches der Flugdauer im Zug durch Europa gondeln.

    Und auf absehbare Zeit wird sich leider nix am Vorteil von Flugverbindungen ändern.
    Ich denke, Vieles wird wohl künftig durch Skype udgl Reisen überflüssig machen. Man hat zulange die Bahninfra vernachlässigt. Europaweit.
  • Alter Schwede! Wenn ich mir ansehe, wie oft ich da umsteigen und das Gepäck wuppen muss! Da "scheiß" ich drauf! Jetzt sofort könnte ich mit Laudamotion um 21€ (unter Umständen sogar ab 12€) nach Madrid fliegen! Da kostet der 5000km-Flug weniger als das Taxi zum Flughafen! Also wer ist denn da wirklich so deppert und fährt 30 Stunden mit dem Zug?

    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch, Son of Neckbone,
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan, TrollHunter (ex Freerunner, ex CA1 aka Münchenhausen), Franz
    , Modell-Bahn.2016

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  • Draisinenfan schrieb:

    Auf www.trainline.eu findet man sogar Preise und kann die Tickets buchen:

    Für diese Woche ist nichts mehr zu bekommen, in zwei Wochen kostets dann ab 410 Euro in der 2. Klasse. Selbst in der ersten Klasse finde ich aber kein teureres Ticket als um 675 Euro, soll es mit Reservierungen dann 700 Euro kosten...


    4 min Umsteigezeit in Karlsruhe ist sportlich, da ist schon bei der kleinsten Verspätung jegliche Chance auf den Anschluss dahin...

    Eine Nacht in Avignon hingegen ist sicher ganz nett :)
  • Praktischer Weise gibts ja die Sozial Medias. Da kann man jeden Politiker stalken: twitter.com/frauherr

    Geplant war NJ 466 Wien - Zürich (warum auch immer angeblich 21:26 ab Wien): twitter.com/frauherr/status/1200879632180039680
    Der hatte aber leider Probleme. Zuerst ab Salzburg +20, dann Innsbruck noch +8 und in Landeck-Zams an +173 (!). Ab dort sind leider keine Reserven mehr. Und der TGV in Zürich natürlich längst schon weg. Dann übernachtete man wohl in Paris und fuhr am nächsten Tag Paris - Perpignan (5 Minuten!) - Madrid. Und das ist sich wohl wieder nicht ausgegangen.

    Wobei es für den Verspätungsfall auch ab Zürich Direktzüge nach Perpignan gibt. Aber so flexibel sind die Tickets wohl nicht.



    PS: @21 Euro ... und das mit Mini-Handgepäck.
  • PS: @21 Euro ... und das mit Mini-Handgepäck.
    Und? Selbst wenn der Koffer das Zehnfache des Tickets kosten würde bin ich immer noch unter der Hälfte des Bahntickets und in einem Zehntel der Zeit (ca drei Stunden) in Madrid!
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch, Son of Neckbone,
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  • dr. bahnsinn schrieb:

    Dass eine Bahnfahrt Wien - Madrid vv. über 1.000 EURO kostet, während ein Flugticket um unter 100 EURO zu haben ist, soll sich nun ändern. Nachzulesen im Standard.

    Da steht:
    Greenpeace kritisiert, dass auf den grenzüberschreitenden Bahnverkehr eine Umsatzsteuer anfällt, Flüge davon aber befreit sind. Gleichermaßen sorge die Kerosinsteuerbefreiung im Flugverkehr für eine Schräglage. Diese "unfaire Bevorteilung" klimaschädlicher Verkehrsmittel will die NGO nun vor den Verfassungsgerichtshof (VfGH) bringen.


    Ist das nur in Österreich so? Sonst müsste ja in den anderen Ländern genauso geklagt werden!
    Wobei mir das auch nicht eingeht, warum Kerosin nicht besteuert werden soll, und Flüge von der Umsatzsteuer befreit sind!

    Dieser große Preisunterschied wird sich aber trotzdem nicht wesentlich verringern, für wirklich große Entfernungen ist die Bahn halt vielleicht wirklich nicht das optimale Verkehrsmittel... (außer für unsereinen, der nichts lieber tut als im Zug zu sitzen ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Draisinenfan ()

  • Wobei mir das auch nicht eingeht, warum Kerosin nicht besteuert werden soll,
    Die Steuerbefreiung von Kerosin geht auf das Jahr 1944 zurück, als man sich im „Chicagoer Abkommen“ darauf einigte, die internationale Zivilluftfahrt zu fördern. Sie könne dazu beitragen, Freundschaft und Verständnis zwischen den Nationen und Völkern der Welt zu schaffen, so damals das Argument. Doch seitdem ist das Flugaufkommen rasant gestiegen und wird es wohl weiter tun. Eine Studie der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt prognostiziert, dass sich die derzeit 10,6 Millionen Flüge, die jährlich innerhalb Europas stattfinden, bis zum Jahr 2040 um 53 Prozent steigern werden.

    Auch Schiffsreisen ins Ausland sind umsatzsteuerbefreit. Durch die UN-Luftfahrtorganisation ICAO wurde weltweit einheitlich geregelt, dass der Luftverkehr seine Infrastruktur selber finanziert, anstatt Steuern zu zahlen. Die Steuerbefreiung gilt jedoch nur für Flüge zwischen zwei Staaten. Eine Mehrwertsteuer auf Tickets für internationale Flüge könnte der hiesige Gesetzgeber maximal nur für den über österreichischem Hoheitsgebiet zurückgelegten Flugabschnitt erheben. Hiervon hat der Gesetzgeber abgesehen.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch, Son of Neckbone,
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan, TrollHunter (ex Freerunner, ex CA1 aka Münchenhausen), Franz
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  • Zum Preis: Wer kauft sich bitte für eine derartige Reise in Europa eine (oder mehrere) Einzelfahrkarten!? Dass das sauteuer ist, ist doch klar. Müsste auch nicht sein, stimmt, aber ist halt mal so. Aber: Dafür nimmt man sich doch bitte ein Interrail. Das kostet global, europaweit für einen Erwachsenen in der 2. Klasse für 5 Tage 282€. Ob man nicht mit 27 Jahren sogar noch als Jugendliche gilt (?), in dem Fall wären es 218€. Dazu kommen natürlich noch ein paar Reservierungen und Zuschläge in ICE und TGV, in Summe werden etwa 300 bis 400 € herauskommen, was etwa 150 - 200 € pro Richtung ergibt. Und das schaut schon GANZ anders aus! Auf Distanzen, auf denen sich die Flugbetreiber nicht untereinander um die Kundschaft streiten, ist der Zug damit übrigens schnell auch mal günstiger.

    Und auch die im Titel erwähnten 42 Stunden ergaben sich ja, weil bei der Verbindung nichts klappte. Das kannst am Flughafen auch haben, dass du dann auf einmal dort übernachtest, und am nächsten Tag erst fliegst. Die Regelfahrzeit mit dem Zug schaut natürlich besser aus. Mit der geplanten Verbindung wäre sie nur einen Tag unterwegs gewesen: Der Nachtzug nach Zürich macht sich zeitlich nicht bemerkbar. Ab Zürich geht es mit zwei Umstiegen in Paris und Barcelona nach Madrid, Ankunft spätabends am selben Tag. Ob ich einen ganzen Tag im Zug sitze, oder den halben Tag für den Flug einplane ... da ist dann der Preis schon eher das Argument, und: Wenn wer lieber mit dem Zug fährt, dann ist das doch ganz egal, ob man mit einen halben Tag (inkl. Nachtzug) länger fährt. (Das gilt natürlich nur innereuropäisch - aber das ist eh viel.)