[ORF] Österreich beim Bahnverkehr auch im Jahr 2019 EU-Spitzenreiter

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  • [ORF] Österreich beim Bahnverkehr auch im Jahr 2019 EU-Spitzenreiter

    Österreich ist Bahnchampion in der EU

    Bereits zum fünften Mal hintereinander ist Österreich EU-Champion beim Bahnfahren, so eine Auswertung der Eurostat-Daten durch den Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Mit 1.500 Schienenkilometern pro Kopf im Jahr 2018 liegt das Land deutlich vor Frankreich (1.395 Kilometer), Schweden (1.325 km) und Deutschland (1.185). Schlusslicht ist Griechenland mit nur 105 Bahnkilometern pro Person.
    Schweiz weiter „großes Vorbild“
    Weiterhin einsamer Spitzenreiter in Europa ist die Schweiz, wo im Vorjahr pro Kopf 2.400 Kilometer per Bahn zurückgelegt wurden. „Die Schweiz ist, was die Dichte des Bahnnetzes und die Häufigkeit der Verbindungen betrifft, weiterhin das große Vorbild“, so VCÖ-Mitarbeiter Markus Gansterer heute.
    Erfreulich sei, dass Österreich seit einigen Jahren aufholt. Die rot-weiß-roten Kilometer sind seit dem Jahr 2010 um rund drei Milliarden Personenkilometer gestiegen und damit doppelt so stark wie in der Schweiz (plus 1,4 Mrd. Personenkilometer).
    VCÖ fordert dichteren Takt abseits von Pendelzeiten
    Um die Klimaziele erreichen zu können, ist laut VCÖ eine deutlich stärkere Verlagerung von Autofahrten auf die Bahn nötig. „Aufgrund der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeiten und der gestiegenen Anzahl an Teilzeitjobs muss es auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen geben, damit mehr Pendlerinnen und Pendler auf die Bahn umsteigen können“, so Gansterer.
    Neben mehr Verbindungen in den Ballungsräumen, wo es bereits Engpässe gibt, wäre auch das Angebot in den Regionen deutlich zu verbessern.

    red, ORF.at/Agenturen

    VCÖ-Artikel mit dem Ranking aller EU-Länder mit Bahnverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Die Schweiz ständig als Vorbild zu zitieren ist ja recht und schön, ich muss dann allerdings gleich wieder einmal drauf hinweisen, dass die Schweiz bei fast gleich vielen Einwohnern nicht einmal die Hälfte der Fläche Österreichs aufweist, die durchschnittliche Besiedlungsdichte also fast doppelt so gross ist.

    Und dann ist der Anteil der unbesiedelbaren Flächen in der Schweiz noch um Einiges höher, die Wohnbevölkerung also doch recht dichtgedrängt.

    Umgekehrt fehlt in der Schweiz eine Grossstadt(1) in der Grössenordnung von Wien.



    (1) ich hab das gleiche Problem wie viele Schweizer, auf meiner azert-Tastatur gibts kein scharfes S.
  • Wenn man nach den Agglomerationen geht, ist mal die Schweiz mal Ö im "Vorteil":
    Österreich: Wien (~2,8 Mio), Graz (~330.000), Linz (~280.000)
    Schweiz: Zürich (~1,4 Mio), Genf (~600.000), Basel (~550.000)

    Quelle: de.wikipedia.com


    PS: QUERTY geht ja noch, aber Frankreich war da echt ein "Kulturschock", speziell wenn man normaler weise über 400 Zeichen pro Minute "hämmert".
  • naja, eine Agglomeration wie Wien ist eben auch anders strukturiert als Zürich, Lausanne, Genf oder Bern. Wien hat ja schon einmal ein Strassenbahnnetz, das grösser ist als das Gesamtnetz der Schweiz und eine U-Bahn, sowas gibts in der Schweiz (abgesehen von der Mini-Metro in Lausanne) auch nicht.

    Die Eisenbahn als solches hat also in Österreich aufgrund von zwei geographischen Unterschieden zur Schweiz einen geringeren Anteil am gesamten ÖV:

    (1) der Verkehr in der Millionenstadt Wien, der grossteils mit rein innerstädtischen Verkehrsmitteln (U-Bahn, Strassenbahn, Bus) bewältigt wird, macht einen weit grösseren Anteil am ÖV aus als jener in den mittelgrossen Städten der Schweiz.

    (2) es gibt doch sehr viel ländliche Gegenden, die mit einer Eisenbahn nur schwer oder gar nicht, zumindest in den westlichen Ländern aber gut mit Bussen erschlossen sind.
  • grubenhunt schrieb:

    ... die durchschnittliche Besiedlungsdichte [in der Schweiz] also fast doppelt so gross ist.
    Genau so ist es! Man stelle sich eine Strecke vor, auf der an jedem Halt 100 Leute wohnen. Dort wird sogar ein Zweistundentakt noch zu viel sein. Vergleichen wir das mit 10.000 Leuten an jedem Halt. Die Züge werden alle voll sein und im Viertelstundentakt fahren. Und genau das macht den Unterschied zur Schweiz aus. Man könnte sich vorstellen, dass in Österreich sämtliche Orte und Städte doppelt so groß wären. Folglich auch doppelt so viele Leute im Zug. Und das bedeutet, dass die Bahnen/die Politik dann einen entsprechend besseren Fahrplan anbieten muss. Einerseits, weil die Züge sonst zu voll wären, und andererseits, um der Nachfrage gerecht zu werden. Dieses deutlich bessere - einfach vorgestellt: doppelt so gute - Angebot lockt natürlich mehr Menschen zum ÖV, und schafft mehr Nutzung des ÖVs. Alleine wegen der höheren Bevölkerungsdichte sind dort auch viel mehr Gegenden mit Bus und Bahn erschlossen, wo bei uns sämtliche Busse leer durch die Gegend fahren würden. So und nicht anders sind Österreich und die Schweiz zu vergleichen. Die Schweiz ist natürlich Vorbild, aber kein "ganz fairer Vergleich". Und wir müssen uns keineswegs verstecken.
  • Nana, wie gesagt, andere geographische Strukuren machen andere Verkehrsstrukturen notwendig. Und wenn wir sehen, dass die Österreicher den gesamten ÖV (Bahn, U-Bahn, Strassenbahn, Busse) mehr nutzen als die Schweizer und auch nicht sonderlich viel mehr mit dem Auto fahren, können wir mehr als zufrieden sein.

    Der Gesamtverkehr ist ja in der Schweiz trotz der Dichte kaum geringer und auch der Modal Split Gesamt-ÖV<=>IV ist in der Schweiz kaum besser als in Österreich und das bei einer weit städtischeren Struktur.

    Wenn ich mir da nur wieder einmal Frankreich hernehme, bei dem was die herumkurven, kostet einem Franzosen allein der Mehrverbrauch an Sprit etwa 1200Euro im Jahr. Und Frankreich hat etwa die Einwohnerdichte Österreichs.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von grubenhunt ()