Ein Österreicher holt den Rekord auf Schienen in Leipzig

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  • Ein Österreicher holt den Rekord auf Schienen in Leipzig

    Der MDR berichtet über einen Österreichischen Rekordhalter:

    Ein Österreicher holt den Rekord auf Schienen in Leipzig
    Um Mitternacht stieg Andreas W. Dick aus der letzten Bahn in Leipzig. In rund 13 Stunden hatte er das gesamte Straßenbahnnetz der LVB abgefahren. Sein 22. Rekordversuch in Leipzig stellte ihn allerdings vor Herausforderungen.
    Bildrechte: ÜSTRA Hannover/Florian Arp

    Andreas W. Dick hat es geschafft: An einem Tag hat er das komplette Netz der Leipziger Straßenbahn abgefahren. Nach 13 Stunden und 23 Minuten steigt er müde aber glücklich aus der Linie 11 an der HTWK im Leipziger Süden. 34 Mal musste er umsteigen. Mehr als 150 Kilometer hat er mit den 13 Linien zurückgelegt.

    Die 17. Stadt in vier Ländern
    Der 51-Jährige ist eigentlich Journalist mit Fokus auf LKW- und Buss-Themen, der öffentliche Personennahverkehr ist sein Hobby. Vor zehn Jahren hat er daraus eine Rekordjagd gemacht. In 16 Städten in vier Ländern hat er bereits das Liniennetz abgefahren, war in Basel, Freiburg, Bern oder im französischen Lyon. In Straßburg kreuzte er Ländergrenzen und stellte mit fünf Stunden und zehn Minuten einen neuen Rekord auf, in Leipzig ist es der 20. Nur zweimal musste er vorzeitig abbrechen - durch höhere Gewalt.
    Andreas W. Dick in Gohlis an der Endhaltestelle der Linie 4 mit Ronald Juhrs, Geschäftsführer Technik/Betrieb der Leipziger Verkehrsbetriebe. Bildrechte: Andreas W. Dick

    "Darauf gebracht hat mich mein Sohn", erzählt Dick. "Er hat das Guinness Buch der Rekorde gelesen und mich irgendwann gefragt: 'Papa, was ist eigentlich dein Rekord?' Und da hab ich mir gedacht, sportlich mit Bogenschießen oder Skispringen wird das wohl nichts mehr werden." Als 2008 in Wien das U-Bahnnetz zur Fußball WM verlängert wurde, sah er seine Chance gekommen. "Für dieses erweiterte Netz hatte es noch keine Bestleistung gegeben und so habe ich begonnen."

    Von Endhaltestelle zu Endhaltestelle

    Dick nimmt sich den Lininiennetzplan vor und knobelt die Umsteigepunkte aus.
    Bildrechte: Andreas W. Dick

    Dabei nimmt Dick sich zunächst den Plan des Liniennetzes vor und arbeitet die beste Struktur heraus. Dabei muss man auch immer flexibel sein, wenn Bahnen nicht pünktlich an der Haltestelle einfahren. "Eine genaue Vorplanung funktioniert da nicht. Außer in Zürich, da hat wirklich alles genau gepasst. Aber das geht auch nur in Zürich, das würde ich in Wien niemals wagen. Da verlasse ich mich lieber auf meine analoge Intuition." Wichtig ist ihm auch immer die sportliche Herausforderung. "Deshalb versuche ich mir bei meiner Umsteigestruktur einen möglichst effizienten Weg zu suchen. Da muss man auch schon mal laufen, um den Folgezug zu erreichen."

    Ich kann den Leipzigern nur empfehlen, mal eine Linie zu benutzen, die sie im Alltag sonst nicht benötigen und sich Teile der Stadt anschauen, die für sie vielleicht auch noch Neuland sind.
    Andreas W. Dick

    Zweitgrößtes Netz in Deutschland
    Das Leipziger Straßenbahnnetz stellte für ihn eine ziemliche Herausforderung dar, gibt er zu. Neben dem zweitgrößten Netz in Deutschland verfügt Leipzig aber auch über die breiteste Spurweite, erklärt Dick. Auch auf die alten Tatra-Bahnen freute er sich und die Stadt kennenzulernen. Wie in den anderen Städten hat er dafür immer einen ortskundigen Begleiter an seiner Seite. In Leipzig ist es sein Kollege Gerlach Fronemann.

    "Einsteigen bitte"
    Am Montagmorgen um 9 Uhr ging es dann los, mit der Linie 11 nach Schkeuditz. Danach dann der Umstieg in die 4 nach Gohlis. Bei Dick kamen Zweifel auf. "Wir haben uns schon gedacht, wenn die Linien alle so lang sind, dann wird’s schwierig." Aber dann die Erlösung: Der Umstieg in Mockau klappte und es ging zügig voran.

    Ich habe bei meiner ursprünglichen Planung das Leipziger Straßenbahnnetz unterschätzt. Aber es ist am Ende alles gut gegangen. Das war ein beeindruckender Tag mit Linien mit ländlichem Charakter und schöner, repräsentativer Architektur und Gründerzeitbauten. Das war wirklich interessant.
    Andreas W. Dick

    Kurz nach Mitternacht stieg er aus der letzten Bahn. Gekostet hat ihn der Rekord am Ende nur die 7,60 Euro für ein Tagesticket. Die Registrierung im Guinness Buch der Rekorde ist ihm dagegen zu teuer. Rund 760 Euro verlangt das Unternehmen dafür. Andreas W. Dick reicht das gute Gefühl am Ende des Tages überall dort gewesen zu sein, wo man mit der Leipziger Straßenbahn hinkommt.
    Quelle: MDR/lt
  • Draisinenfan schrieb:

    Neben dem zweitgrößten Netz in Deutschland verfügt Leipzig aber auch über die breiteste Spurweite......
    Wieder was gelernt, denn das wusste ich bisher nicht. Den Grund für die Spurweite von 1.458 mm kann man hier nachlesen und verhält sich so ähnlich wie in Sofia, wo die Spurweite des Straßenbahn-Schmalspurnetzes 1.009 mm beträgt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor