[Berlin] Eine Seilbahn für den Berliner Nordosten?

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  • [Berlin] Eine Seilbahn für den Berliner Nordosten?

    Anbindung des Berliner Nordostens: Pankow bringt Seilbahn als neuen Teil der "Öffis" ins Spiel

    10.01.20 | 18:58 Uhr
    Neue Stadtquartiere brauchen auch eine neue Verkehrsanbindung. In Pankow wird nun eine ungewöhnliche Lösung erwogen, die Bezirksbürgermeister Benn als "platzsparend und emissionsfrei" bewirbt: die Seilbahn. Und auch ein anderer Bezirk träumt vom Schweben.

    Der Bezirk Pankow will die Möglichkeit, den Norden des Bezirks mit Seilbahnen verkehrstechnisch anzubinden, ausloten. Die Frage sei, ob und unter welchen Voraussetzungen Seilbahnsysteme etwa im Blankenburger Süden, in Karow oder Buch geeignet seien, diese Stadträume mit dem Öffentlichen Nahverkehr "vergleichsweise zügig, platzsparend, emissions- und fahrplanfrei zu versorgen", heißt es in einer Ankündigung des Bezirks zu einem Fachgespräch am 27. Januar. Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) hat den Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim zu einem Vortrag über urbane Seilbahnsysteme eingeladen.
    Seilbahn-Pläne auch für den Müggelturm

    In Karow, Buch und im Blankenburger Süden sollen nach Senatsplänen jeweils Tausende neue Wohnungen entstehen. Zwar sei für die übergeordnete Verkehrsplanung das Land zuständig, das entlaste den Bezirk aber nicht von der politischen Mitverantwortung für die Suche nach Lösungen, hieß es weiter: "Angesichts der hinreichend bekannten Hürden zur Erschließung des Berliner Nordostens ist aus Sicht des Bezirksbürgermeisters eine nähere Betrachtung dieses Verkehrsmittels durchaus angemessen."
    Auch im Bezirk Treptow-Köpenik ist eine Seilbahn im Gespräch. In ihrem Verkehrskonzept spricht sich die Bezirks-SPD für eine Seilbahnstrecke zwischen Müggelsee, Müggelturm und Bammelecke an der Dahme aus. Auch Fahrräder sollen darin Platz finden. Nach den SPD-Plänen soll die Seilbahn Teil des öffentlichen Nahverkehrs sein. "Mit der Seilbahn wollen wir vor allem den Tourismus im Bezirk stärken. Sie kann einen enormen Schub geben", sagte Lars Düsterhöft, der für die SPD Treptow-Köpenick im Abgeordnetenhaus sitzt, der "Berliner Zeitung". Der SPD-Politiker führte die Seilbahn auf dem Gelände der Internationalen Gartenschau in Marzahn an, die immer noch ein Besuchermagnet sei.
    IGA-Seilbahn als Teil der BVG?

    Die Marzahner Seilbahn war 2017 von der Leitner AG aus Südtirol als Attraktion für die Internationale Gartenausstellung (IGA) gebaut worden. Seit dem Ende der Schau betreibt das Unternehmen die Seilbahn im Auftrag der landeseigenen Grün Berlin GmbH. Da der Vertrag in diesem Jahr ausläuft, verhandelt die Grün Berlin über das künftige Betreibermodell. Diskutiert wird auch ein Kombiticket, mit dem BVG-Kunden die Seilbahn zu einem reduzierten Preis nutzen können.Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Seilbahn künftig vom Land Berlin betrieben und schrittweise in das System des öffentlichen Nahverkehrs integriert wird.
    Das Problem dabei: Die BVG hat bislang noch keine Erfahrung mit dem Betrieb von Seilbahnsystemen. Zudem soll der Öffentliche Nahverkehr Verkehrsleistungen bieten, die zur Daseinsvorsorge dienen – aber auch für ein attraktives, nachfragegerechtes Angebot sorgen. Ob die Seilbahn in Marzahn oder die anderen diskutierten Seilbahnpläne dazu passen, muss erst noch entschieden werden.

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