[ORF NÖ] 2020: 670 Mio. € für Investitionen in die Bahn in der Ostregion

  • [ORF NÖ] 2020: 670 Mio. € für Investitionen in die Bahn in der Ostregion

    ÖBB: Ausbau der Südstrecke im Fokus

    Die ÖBB wollen heuer vor allem den Ausbau der Südstrecke vorantreiben. Das ist einer der großen Schwerpunkte des Bauprogramms 2020 für die Ostregion. Zusätzlich wurden Verbesserungen für den Nahverkehr im Großraum Wien, die Modernisierung weiterer Bahnhöfe, aber auch Streckensperren angekündigt.

    Online seit heute, 14.48 Uhr

    Großprojekte in der Ostregion

    • zweigleisiger Ausbau der Pottendorfer Linie bis 2023

    • Ausbau der Strecke Wien-Bratislava bis 2023

    • Semmering-Basistunnel bis 2027

    • Neue Verbindung zwischen Meidling und Hütteldorf bis 2027

    • Viergleisiger Ausbau der Strecke Meidling-Mödling
    Insgesamt werden die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) heuer rund 670 Millionen Euro in die Schieneninfrastruktur in der Ostregion stecken. Diese setzt sich aus den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland zusammen. Ziele der Investitionen sind u.a. Steigerungen der Kapazität, des Nahverkehrs in Ballungsräumen und des Elektrifizierungsgrades auf den Strecken. Damit sollen auch mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn begeistert werden, sagte Infrastruktur-Vorstand Franz Bauer am Donnerstag bei der Präsentation des Programms für 2020.
    Dabei hat vor allem die Ostregion Gewicht in den strategischen Überlegungen der ÖBB. Von den österreichweit 250 Millionen Bahnkunden pro Jahr seien immerhin zwei Drittel in der Ostregion unterwegs. Täglich würden 600.000 Menschen nach Wien pendeln, veranschaulichte Bauer. 40 Prozent davon würden aus dem Süden kommen – und nur 20 Prozent davon würden auf dem Weg zur Arbeit „auf der Schiene“ unterwegs sein. Hier sieht der Infrastruktur-Vorstand viel Potenzial für die Zukunft. Als Vergleich zog er dazu die Weststrecke heran, wo bereits 40 Prozent der Pendler den Zug nutzen würden.
    40 statt 66 Minuten von Wien nach Bratislava
    Ein Fokus des heurigen Bauprogramms liegt daher auf der Südstrecke. Auf der Pottendorfer Linie sollen die Hauptarbeiten am zweiten Abschnitt Ebreichsdorf starten. Ziel ist dort der viergleisige Ausbau der Strecke von Wien nach Wiener Neustadt bis 2023. Ebenfalls bis 2023 soll der Ausbau der Bahnstrecke Wien – Bratislava Realität sein. Heuer werden die Arbeiten im niederösterreichischen Abschnitt fortgeführt. Nach der Fertigstellung soll die Fahrzeit zwischen den beiden Städten von 66 Minuten auf 40 Minuten verkürzt werden. Zusätzlich wird die Strecke Gänserndorf – Marchegg elektrifiziert.
    Im Süden soll der Ausbau des Semmering-Basistunnel „konsequent und zügig“ vorangetrieben werden, verspricht Bauer. Insgesamt werde an 14 Vortrieben gleichzeitig gearbeitet. Voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte soll die Hälfte des Tunnels im Rohbau gegraben sein: „Es geht sehr gut voran.“ Der Tunnel soll ab 2027 die Reisezeit zwischen Wien und Graz auf weniger als zwei Stunden reduzieren. Zusätzlich wird auf der Strecke der Bahnhof Mürzzuschlag modernisiert.
    Verbindung zwischen Meidling und Hütteldorf geplant
    Auch für den Großraum Wien haben die ÖBB in diesem Jahr einiges auf dem Programm. Das Vorhaben einer Verbindungsbahn zwischen Wien-Hütteldorf und Wien-Meidling soll in diesem Jahr zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht werden. Läuft alles plangemäß, wird von 2023 bis 2027 gebaut. Auf der neuen Strecke sind auch zwei neue Haltestellen geplant: Hietzinger Hauptstraße und Stranzenbergbrücke.
    Weiters planen die ÖBB den viergleisigen Ausbau der Strecke Meidling – Mödling. Hier habe es im Vorjahr bereits die ersten Gespräche und Überlegungen gegeben, sagte Bauer. Ziel dieses Vorhabens sei es, einen Fünf-Minuten-Takt im S-Bahnverkehr zu ermöglichen. In zwei Jahren soll schließlich mit den konkreten Planungen des Vorhabens begonnen werden. Die Fertigstellung ist dann für Anfang der 2030er-Jahre avisiert.
    Bei der geplanten Flughafenspange (Strecke von Wien über den Flughafen bis nach Nickelsdorf) soll es heuer zu einer Trassenauswahl kommen, der Baustart ist in fünf Jahren vorgesehen.
    Modernere Bahnhöfe mit mehr Parkplätzen
    Auch die Modernisierung der Bahnhöfe geht heuer weiter. Bei den Stationen Gerasdorf (Bezirk Korneuburg), Böheimkirchen (Bezirk St. Pölten) und Neulengbach-Stadt (Bezirk St. Pölten) sowie beim Warteraum in Wien-Meidling erfolgt bei den Bauarbeiten das Finale. Der Startschuss für die Verschönerung fällt hingegen in Himberg (Bezirk Bruck an der Leitha), Kirchberg am Wagram (Bezirk Tulln), St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln), Ternitz (Bezirk Neunkirchen), Ebreichsdorf (Bezirk Baden) und in Trautmannsdorf an der Leitha (Bezirk Bruck an der Leitha). Auch 1.500 neue Park & Ride- bzw. 1.000 neue Bike & Ride-Plätze sollen dazu kommen – u.a. in Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha), Traiskirchen (Bezirk Baden) und Großweikersdorf (Bezirk Tulln).
    Alle Änderungen im Überblick

    Es wird aber nicht nur neu gebaut, sondern auch saniert. In der Regel werden dabei in die Jahre gekommene Gleise, Weichen oder Oberleitungen getauscht. Dabei kommt es in den Sommermonaten zu einigen Streckensperren, kündigte Bauer heute an. Betroffen ist davon die Strecke Stockerau – Retz (18. Juli bis 7. September). In Wien ist der Nahverkehr zwischen Floridsdorf und Praterstern betroffen (5. bis 18. Juli). Hier soll dennoch durch die Umleitung der Züge eine Nord-Süd-Verbindung gewährleistet werden. Außerdem wird es einen Schienenersatzverkehr geben und die Wiener Linien werden auf ausgewählten Strecken die ÖBB-Fahrscheine anerkennen.

    Auch auf der Weststrecke wird saniert. Von 18. Juli bis 4. September finden in den Bereichen Aschbach (Bezirk Amstetten), Pöchlarn (Bezirk Melk), St. Valentin (Bezirk Amstetten), Lambach (Bezirk Wels) und Steindorf bei Straßwalchen (Bezirk Salzburg-Land) bis Salzburg Arbeiten statt. Dies führt zu Änderungen im Fernverkehr bzw. ist im Nahverkehr teilweise ein Schienenersatzverkehr notwendig.
    Bauer argumentierte die Streckensperren damit, dass damit so viele Maßnahmen wie möglich in einer gewissen Zeiteinheit gebündelt werden können. Dadurch könnten starke Einschränkungen über Jahre hinweg vermieden werden. Den Erfahrungen nach wäre dies auch den Bahnkunden lieber, argumentiere er weiters. Zu jeder Sperre würde noch gesondert informiert werden.
    red, noe.ORF.at/Agenturen
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Das bemerkenswerteste P+R Projekt dürfte wohl Traiskirchen sein.

    Die Nordbahn wurde eigentlich immer im Zusammenhang mit der Südachse genannt. Denk nicht, dass das jetzt plötzlich dahin wäre.

    Es ist aber nicht einfach, den Überblick zu behalten. Ständig werden durchaus immer die gleichen Projekte mit neuen Investitionssummen genannt.