Die neue Modellbahn- "Modellbahn 2000"

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  • Die neue Modellbahn- "Modellbahn 2000"

    Beim durchstöbern "älterer" Zeitschriften gefunden :D ;D ;D ;D :

    Wo bleibt da die vielbesungen Kreativität unseres Hobbys?-...... oder ist gar nicht mehr gefragt?
    Aber machen wir einmal einen Blick in Zukunft, um uns etwas die Weiterentwicklung vor Augen zu führen: ;D ;D ;D

    1990: Das "Christkind" schafft die digitale Basis für eine moderne Anlage. Der Erfolg ist, dass nun Vater und Sohn die Züge per Tastatur über die Anlage jagen können. Viel Aufwand, um etwas Kabel zu sparen.

    1995: Personelcomputer und Interface sind hinzugekommen. Gesteuert wird vom Fernsehbildschirm im Wohnzimmer. Die Anlage hat schon ein Schattendasein in der Abstellkammer und dient eigentlich nur mehr dazu, in der Praxis zu überprüfen, was man am Bildschirm programiert hat. Für die Anlage ist Spur Z gerade noch gut genug, man will der anlage möglichst keinen Platz opfern. Alles nur lästiges, platzraubendes Zubehör zum Spielgefährten Computer.

    2000: Endlich ist die lästige Bahn mit den Modellen, an denen immrzu Nieten fehlten bzw. die immer mit den Zurüsteilen unnötig Zeit raubten, beim Müll gelandet. Wir haben die ideale Modellbahn. Wien ZVBf oder München HBf. gibt es endlich im praktischen Zimmerformat- am Bildschirm. Keine teuren Modelle, die ohnedies kaum alle auf der Anlage unterzubringen waren und dit teilweise nur in Schachteln herumgammelten.
    Riesenbahnhöfe gibt ers vorbildgerecht auf handlichen Diskette im Geschenkskuvert. Vor dem Bildschirm spielt man nur mit dem Lichtgriffel. Keine Entgleisungen, keine abhängende Kupplungen. Wer solches noch wünscht, der kann es ja per Zufallsgeherator einspielen lassen. Wenn Mutter zu Mittag zum Essen ruft, dann übernimmt der Blechtrottel die Steuerung automatisch, man fährt ja vorbildgerecht wie das Vorbild rund um die Uhr. Die ideale Bahn ist gefunden.

    Kein Hersteller hat mehr Sorgen mit der Gleisgeometrie, keine Probleme mehr mit Vorbildunterlagen. Kein Ruf mehr nach Schwungmassen, Radsatzmasen und NEM- Kupplungsschacht. Herz, was willst du noch mehr.Der Industrie ist es mit Erfolg gelungen all das wegzutechnisieren, was die Basis unseres Hobbies einmal war. Selbstbaumodelle, Umbauten, all das unnötige Zeugs gehört der Vergangenheit an. Hardware und Software sind die Dinge der Stunde, wer fragt da noch nach Kreativität?

    Sollten bis dahin die hoffnungslosesten Nostalgiker noch nicht bekehrt worden sein, so kann man sich per Drucker vom Computer doch noch einen Zug zeichnen lassen. Wer aber doch noch ein Exklusivmodell wünscht, der kann es dann per BTX bei einem Nobelkleinserienhersteller mit Blattgoldbeschichtung auf Bestellung fertigen lassen, um es dann dekorativ auf dem Fernsehgerät zu positionieren um auch bei abgeschalteten Gerät (Störungen oder Stromausfälle könnten dafür sorgen) demonstrieren zu können, daß man der erlesenen Riege der Superlativ- Modellbahner angehört.
    Es lebe der Fortschritt, hoch lebe die Digitaltechnik! Ich bleibe lieber ein altmodischer, kabelziehender Bastler aus der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts*


    *Ich auch ;)



    Gekürzt aus "Eisenbahn/ Modelleisenbahn 12/90, Seite178

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